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Eine besondere Verkehrserziehung

In Tübingen ist der Radfahrer ein „dommer Seggl“

Nach mehrmonatiger Abwesenheit bin ich jetzt seit einigen Wochen wieder in Tübingen. Und schon in den ersten Tagen fiel mir wieder auf, was ich bisher nur hier erlebt habe: Tübingen hat die unfreundlichsten Fußgänger, die ich kenne. Jedenfalls gegenüber Radfahrern.

28.11.2017
  • Michael Frammelsberger

Der Konflikt zwischen Radlern und Fußgängern ist am Neckar ein Dauerthema, fast schlimmer als die Differenzen zwischen Badenern und Schwaben oder Dortmund- und Schalke-Fans. Die Fronten sind verstockt, immer wieder kann man im TAGBLATT Leserbriefe empörter Fußgänger lesen. Darin wird über unbeleuchtete Fahrräder und rasende Radler berichtet; Vorwürfe, die auch die Polizei immer wieder bei Kontrollen bestätigen kann. Dass der Fahrradweg vor den Unigebäuden in der Wilhelmstraße unter Studierenden auch als „Todesstreifen“ bekannt ist, kommt sicher auch nicht von ungefähr.

Während sich einige Radfahrer also unverbesserlich zeigen, sieht es auf der Fußgängerseite jedoch nicht viel besser aus. Manche von ihnen sind auf jeden Fall sehr lautstark dabei, vermeintliche Missstände mitzuteilen – gerne auch mit eher derben Worten. Auf gut Deutsch: Noch nirgends wurde ich so oft beleidigt wie in Tübingen auf meinem Fahrrad.

Eine klassische Situation dafür ist zum Beispiel von Hirschau her kommend am Neckar entlang. Hier laufen Fußgänger gerne mitten auf dem Weg, und egal wie man sie überholt, es ist immer falsch. Klingle ich, erschrecken sie sich oft fast zu Tode, und einige reagieren anschließend erbost. Klingle ich nicht, sondern quetsche ich mich einfach am Rand vorbei, folgt gerne ein „Klingel doch, du dummer Hund“. Letztere Situation hatte ich alleine in der letzten Woche bereits zwei Mal.

Vergangenes Jahr wurde mir mein batteriebetriebenes Rücklicht am Fahrrad geklaut. Unerlaubterweise habe ich mir ein paar Tage Zeit gelassen, es zu ersetzen. „Wer schneller fährt als ich, wird schon ein Licht haben“, dachte ich mir. Das ist zugegebenerweise auch nicht die richtige Haltung, die Tübinger griffen aber schnell zu erzieherischen Maßnahmen. Lautstarke Hinweise auf das Problem endeten unter anderem mit „bleedr Homml“, „dommer Seggl“ und „domme Sau“. Praktisch also eine Einführung in die schwäbische Schimpfkultur.

Manchmal ist es als Radfahrer auch schwierig, sich getreu der Straßenverkehrsordnung zu bewegen. Zum Beispiel, wenn man die Mühlstraße hochfährt und zum Nonnenhaus will. Eigentlich müsste man jetzt eine Runde um den Alten Botanischen Garten fahren. Alternativ könnte man sich natürlich auch zum Fußgänger transformieren, nach links auf die Verkehrsinsel am Stadtgraben fahren und die restlichen Meter schieben. Machen Sie das aber lieber nicht. Bei meinem letzten Versuch hielt sogar extra ein Busfahrer an, um mich mit erhobener Faust auf die Unerlaubtheit dieses Manövers hinzuweisen.

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28.11.2017, 01:00 Uhr
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