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Umwelt · Südwesten ist Spitze bei der Energiewende

In Sachen erneuerbare Energien ist Baden-Württemberg Vorreiter in Deutschland

Forscher des DIW-Instituts loben unter anderem die Ansiedlungsstrategie. Wind- und Sonnenkraft spielen aber noch eine zu geringe Rolle.

17.11.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. In der Praxis spielen in Bayern erneuerbare Energien eine große Rolle. Doch unterm Strich hat der Freistaat seine Führungsrolle auf diesem Gebiet an Baden-Württemberg verloren. Es hapert an politischen Anstrengungen und an Erfolgen beim technologischen Wandel. Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich der 16 Bundesländer, den das Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag der Agentur für erneuerbare Energien erstellt haben. „Baden-Württemberg punktet vor allem mit seinem politischen Input zur Nutzung erneuerbarer Energien“, lobte ZSW-Vorstandsmitglied Frithjof Staiß.

Die Vergleichsstudie wurde bereits zum fünften Mal durchgeführt; die letzte stammt aus dem Jahr 2014. Die Forscher werteten 59 Indikatoren aus. Die Energiepolitik der Bundesländer berücksichtigten sie ebenso wie den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch sowie Ausbauerfolge bei einzelnen Technologien. Hinzu kamen Forschungsanstrengungen in diesem Bereich, die Unterstützung von Unternehmen bei der Ansiedlung und die Patentanmeldungen. Dies wurde mit der Größe der Länder gewichtet.

Wirtschaftsstarke Bundesländer schneiden nicht unbedingt besonders gut ab. Das zeigt Mecklenburg-Vorpommern, das dank großer Bemühungen um den Strukturwandel den zweiten Platz belegt. Thüringen findet sich auf Rang vier, Brandenburg auf Platz sechs. Ganz hinten liegen Hessen, Berlin und das Saarland. „Generell sind die meisten Länder auf dem richtigen Weg, auch wenn es Unterschiede beim Entwicklungstempo gibt“, so das Urteil der DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert.

„Allerdings ist weder beim Schlusslicht Saarland alles schlecht, noch ist Baden-Württemberg in allen Bereichen Vorreiter und könnte nun die Hände in den Schoß legen“, betonte Staiß. So belegt der Südwesten bei der Nutzung der Windenergie den letzten Platz, auch wenn die Ausbaugeschwindigkeit 2015 und 2016 deutlich erhöht wurde. Weitere Erfolge würden angesichts der bundesweiten Umstellung der Förderung auf Ausschreibungen „keine leichte Herausforderung“. Die energiebedingten CO2-Emissionen nahmen von 2011 bis 2014 sogar zu.

„Die politischen Anstrengungen Baden-Württembergs zur Energiewende sind insgesamt vorbildlich“, loben die Autoren der Untersuchung. Mit dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz aus dem Jahr 2008 verfüge Baden-Württemberg immer noch als einziges Bundesland über ein regeneratives Wärmegesetz auf Landesebene. Seit der Revision 2015 gelte es auch für Nichtwohngebäude, und der Pflichtanteil für erneuerbare Wärme sei von 10 auf 15 Prozent erhöht worden, streichen die Autoren der Untersuchung heraus.

Führend ist Baden-Württemberg bei der Ansiedlungsstrategie für die Erneuerbare-Energie-Branche; hier hat es sich gegenüber 2014 nochmals verbessert. Auch die Forschungsausgaben für die Systemintegration sind hoch, während das Land bei der Forschungsförderung und bei entsprechenden Studiengängen nur im Mittelfeld landet.

Nur mittelprächtig fallen auch die industrie- und technologiepolitischen Erfolge aus. Zwar belegt das Land bei der Anzahl der Patente gemessen an der Einwohnerzahl nach Hamburg den zweiten Platz. Beim Anteil von Elektro-Pkw und der Verfügbarkeit von Elektro-Pkw liegt es an vierter Stelle, bei Speichern für Solaranlagen an sechster. Schwach ist es dagegen beim Anteil von Beschäftigten in diesem Bereich.

„Platz eins des bundesweiten Vergleichs belohnt unseren Einsatz für den Ausbau und die Nutzung der erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg“, freute sich der Stuttgarter Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). Der Spitzenplatz bestätige die ambitionierte Energie- und Klimaschutzpolitik der Landesregierung. Es gebe allerdings keinen Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Unterbewertet sieht Untersteller die Erfolge beim Ausbau der Windkraft. Das Rekordergebnis 2016 von 120 neuen Windenergieanlagen sei noch nicht berücksichtigt worden, und in diesem Jahr werde dies wahrscheinlich noch übertroffen.

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17.11.2017, 06:14 Uhr
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