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Platz für 90 anerkannte Flüchtlinge im Hammerwasen

In Rekordzeit wird die Stadt auf einem unbebauten Grundstück an der Bahnlinie eine Wohnanlage in Einfachbauweise errichten

Jetzt muss es ganz schnell gehen: In nur acht Monaten will die Stadt Rottenburg im Hammerwasen ein Haus für 90 Asylberechtigte bauen. Im Dezember 2016 soll es fertig sein. Der Gemeinderat hat zugestimmt.

22.10.2015
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Davon ist schon seit 2012 die Rede: Auf einem freien Grundstück hinter der Bahnüberführung plante der Kreis ursprünglich eine „Einfach-Unterkunft“ für die so genannte Anschlussunterbringung. Mit dem Bau einer solchen Unterkunft in Tübingen, neben dem Landratsamt, wurde dieses Projekt jedoch aufgegeben.

Dafür sprang die Stadt Rottenburg in die Bresche. Ausschlaggebend war die Überlegung, dass die Stadt bei derzeit durchschnittlich 18 Monaten Verfahrensdauer bald Wohnplätze für anerkannte Flüchtlinge braucht. Und dass bei der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt Konkurrenz zwischen Asylberechtigten und Geringverdienern entstehen könnte.

Daher beantragte die Stadt schon Anfang 2015 eine Förderung des Bauvorhabens aus dem Landesprogramm „Wohnraum für Flüchtlinge“, das bis zu 25 Prozent der Baukosten übernimmt. Im April wurden 286 000 Euro bewilligt. Folge davon ist, dass der Bau bis 8. Januar 2016 begonnen werden muss, sonst verfällt die Förderzusage.

Etwas unter Zeitdruck stand daher der Gemeinderat am Dienstag bei der Beratung. Mitte November soll schon die Ausschreibung und einen Monat später die schlüsselfertige Vergabe des Projekts erfolgen. Den Baubeschluss könnte der Rat kurz vor Weihnachten fassen. Baubeginn wäre bei glattem Verlauf im März 2016, doch die Erschließungsarbeiten sollen schon im Januar beginnen. Bezugsfertig soll das neue Heim im November 2016 sein.

Ein ambitionierter Plan für das Projekt, für das mit Gesamtkosten von 2,15 Millionen Euro gerechnet wird. Geplant sind zwei gegenander leicht verwinkelte Baukörper in Modulbauweise, die an der Straßenseite über eine Blendfassade optisch gekoppelt werden. Quadratische Grundrisse ermöglichen ohne großen Aufwand, mit Trennwänden, die Einteilung der Stockwerke in kleinere Appartements, Familienwohnungen oder große Wohngemeinschaften. Alle Sanitärräume liegen kostensparend an einer Vertikalachse.

Ebenfalls um Kosten zu sparen, aber auch, weil das Gebäude im Hochwasserschutzbereich geplant ist, wird auf Unterkellerung verzichtet; Stattdessen gibt es hinten an der Bahnlinie einen langen Lagerschuppen, der mit dem Wohngebäude zusammen einen befestigten Innenhof bildet. Von dort aus wird das dreigeschossige Bauwerk über Laubengänge und Außentreppen erschlossen – eine einfache, ökonomische Lösung.

„Einfach, aber solide“ solle die Bauausführung sein, sagte Baubürgermeister Thomas Weigel. Vielleicht diene das Haus irgendwann einmal anderen Zwecken als der Unterbringung von Asylberechtigten in den ersten eineinhalb Jahren, wozu die Gemeinde verpflichtet ist.

Mit dem Haus im Hammerwasen werde die Stadt über 160 Plätze für die Anschlussunterbringung verfügen, führte Oberbürgermeister Stephan Neher aus, da sie sich vorausschauend schon einige Privatwohnungen „gesichert“ habe. Mit dem Land führe man noch Verhandlungen über einen höheren Baukostenzuschuss. Bis zu 25 Prozent der Baukosten sind möglich.

Von den sieben Gemeinderatsfraktionen gab es nur Fragen zu einigen Details der Bauausführung und bei der Abstimmung dann einen einstimmigen Beschluss, das Projekt wie geplant umzusetzen.

Bedenken äußerten lediglich Peter Cuno (WiR), ob die Zahl der Autostellplätze ausreiche, und Emanuel Peter (Die Linke), dass der Platz weit außerhalb der Innenstadt für Familien mit Kindern „nicht ideal“ sei. Dem widersprach OB Stephan Neher: Über den Neckarsteg sei unschwer die Bushaltestelle „Freibad“ zu erreichen.

In Rekordzeit wird die Stadt auf einem unbebauten Grundstück an der Bahnlinie eine Wohnanlage in
Die Nordansicht zeigt die Laubengänge und Außentreppen. Darunter die Ansicht von der Straße. Grafik: Hochbauamt

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22.10.2015, 12:00 Uhr
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