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Künzelsauer Unternehmer erzählt lieber über Kindheit in Ilsfeld als über Umzug nach Salzburg

In Österreich beginnt Würths Privatsphäre

Reinhold Würth plaudert gerne und detaillliert über seine Kindheit und Jugend. Der Unternehmer gibt sich heimatverbunden. Wortkarg wird er nur, wenn nach seinen Österreich-Aktivitäten gefragt wird.

01.10.2009

Von HANS GEORG FRANK

Ilsfeld Die heiße Milch und das Brot mit Backsteinkäse schmeckten bei der Großmutter, "eine Seele von Mensch, herzensgut", immer ganz besonders lecker. Dass es in dem winzigen Schlafzimmer keine Heizung gab, war nicht weiter schlimm, das riesige Deckbett bot Wärme genug. "Ich habe schöne Erinnerungen an Ilsfeld", erklärte Reinhold Würth, der jetzt im Rathaus der Gemeinde im Kreis Heilbronn eine Ausstellung über seinen Vater eröffnete.

Adolf Würth ist 1909 in Ilsfeld geboren, in Künzelsau gründete er den heutigen Weltkonzern. "Ilsfeld hat für mich einen ganz besonderen Klang", erzählte der heute 74 Jahre alte Sohn. Mit der Großmutter habe er auf einer Schubkarre das Brot zum Backhaus gefahren, mit dem Großvater "ganz früh am Morgen" Gras für die Kühe geholt.

Reinhold Würth plaudert gerne über seine Kindheit, seine Jugend und seine Heimatverbundenheit. Im Ilsfelder Rathaus bot er intime Einblicke in das Familienalbum, etwa den Vater mit kurzen Lederhosen in einem Strandkorb an der Nordsee. Die Zuhörer, auffallend viele Würth-Mitarbeiter waren darunter, erfuhren, dass der Firmengründer von frühmorgens bis spätabends seinen Stumpen paffte, unter Klaustrophobie litt, kaum ein Wort des Lobes über die Lippen brachte und auf Reisen bisweilen mit Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels verwechselt worden sei, "obwohl er mit der NSDAP nichts am Hut hatte".

Die Mitteilungsfreude lässt abrupt nach, wenn Reinhold Würth nach seinen Österreich-Ambitionen gefragt wird. Bekanntlich hat sich der Hohenloher um die Staatsbürgerschaft der Alpenrepublik bemüht. Hat er den Pass aus Wien schon erhalten? "Das ist meine Privatangelegenheit", lässt er die SÜDWEST PRESSE wissen.

Auch über den Umzug nach Salzburg möchte Würth nichts sagen. Es ist zwar offiziell bekannt gegeben worden, dass er bereits seit 1993 ein Haus im Salzburger Land besitzt, erreichbar in 23 Flugminuten. Aber was derzeit im Salzburger Stadtteil Aigen - teuerstes Gebiet der Festspielstadt - geschieht, das fällt in "meine Privatsphäre". An der Doktor-Petter-Straße lässt Würth die um 1887 entstandene "Villa Preuschen" umbauen. Die Immobilie steht auf 15 716 Quadratmetern, die nach Informationen von Salzburger Medien am 7. Februar 2008 von der Würth-Privatstiftung mit Sitz in Böheimkirchen (Niederösterreich) gekauft worden ist. "Mir ist es recht, wenn ein deutscher Milliardär etwas Rechtes aus dem alten Kasten macht", sagt eine Rentnerin, die fast täglich mit ihrem Enkel in den angrenzenden Park kommt.

Reinhold Würth pflegt eine besonders enge Beziehung zu Österreich, 1941 kam er erstmals mit dem Vater nach Wien. Unter seinen rund 12 000 Kunstwerken gibt es 1100 Objekte von österreichischen Malern und Bildhauern. Er besitze wohl die größte Sammlung zeitgenössischer Austro-Kunst außerhalb Österreichs, sagte Würth dem "Wirtschaftsblatt". Den Park des Schlosses Arenberg ließ er mit Skulpturen bestücken - keine 3 km von der "Villa Preuschen" entfernt.

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Erstellt:
1. Oktober 2009, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Oktober 2009, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2009, 12:00 Uhr

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