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Ein Netz für eigene Wärme im Dorf

In Dettenhausen soll eine Bürgergenossenschaft gegründet werden

Mit einer Bürgergenossenschaft soll in Dettenhausen ein Nahwärme-Netz aufgebaut werden. Die Energie würde umweltfreundlich im Heizkraftwerk der Holzwerke Zimmermann erzeugt und könnte bei den angeschlossenen Abnehmern die Heizkosten spürbar senken.

16.07.2011
  • Martin Mayer

Dettenhausen. „Das Grundprinzip“ des genossenschaftlichen Nahwärme-Netzes hat Hans-Joachim Raich, Dettenhausens ehemaliger Bürgermeister, schnell erklärt: „Wärme wird vor Ort erzeugt und vor Ort verwendet“. Das helfe Betrieben und Privathaushalten, die Heizkosten zu senken und sei gleichsam ein lokales „Wirtschaftsförderprogramm“.

Einfamilienhäuser bekämen ihre Wärme über Rohrleitungen geliefert, bräuchten keine Heizungsanlage mit Öltanks oder Pellet-Lager mehr, müssten „keinen Kaminfeger mehr“ bezahlen und würden obendrein, wie Franz Milley anfügt, „auch was für den Klimaschutz tun“: „90 Prozent der heute anfallenden CO2-Emissionen werden durch die Fernwärmeanlage eliminiert“, erklärt der Geschäftsführer der Dettenhäuser Firma G.u.E. Zimmermann. Aus dem neuen Biomassekraftwerk seiner Firma würde die geplante Bürgergenossenschaft ihre „umweltfreundlich erzeugte Wärme“ beziehen. „Unser Ziel ist es, erstes Biomassedorf im Landkreis Tübingen zu werden“, sagen Raich und Milley.

Das Biomasse-Heizkraftwerk der Firma Zimmermann könne mit seiner Kraft-Wärme-Kopplung rund 1000 Haushalte mit Strom und 400 Einfamilienhäuser mit Wärme versorgen. Das sei, so Milley, „ein wichtiger Beitrag aus unserer Gemeinde für den Ausstieg aus der Atomkraft“. Zudem ließen sich mit dem genossenschaftlichen Nahwärme-Netz rund 500 Euro pro Jahr bei den Heizkosten eines Einfamilienhauses sparen: „Das ist ein Haufen Geld.“

Die geplante Bürgergenossenschaft biete ihren Mitgliedern „gewaltige Vorteile gegenüber großen Energiekonzernen“, meinen Raich und Milley: Denn die Genossenschaft schaue nicht auf Gewinnmaximierung, sondern arbeite nach dem Kostendeckungsprinzip und lasse Überschüsse den Mitgliedern zugute kommen.

Am Beispiel der „Weiler Wärme e.G.“ in Pfalzgrafenweiler bei Freudenstadt könne man sehen, wie schnell eine solche Idee – trotz anfänglicher Skepsis – Zulauf bekomme. Bereits in ihrem dritten Jahr habe die Weiler Wärme-Genossenschaft rund 1000 Geschäftsanteile ausgegeben.

Raich und Milley haben sich von den Erfahrungen in Pfalzgrafenweiler inspirieren lassen. Mit der Hilfe des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands haben sie eine Satzung für eine Bürgergenossenschaft ausgearbeitet. Am 11. Juli wurde bei einem Gesprächstermin mit Gemeinderäten, dem Bürgermeister und mit einigen privaten und gewerblichen Interessenten die Gründung der „Dettenhäuser Wärme Genossenschaft“ erörtert. Die eigentliche Gründungs-Versammlung soll nun bei einem weiteren öffentlichen Treffen am Dienstagabend, 26. Juli, im Feuerwehrhaus, folgen.

Wer sich fürs Mitmachen interessiert, sei dabei willkommen, sagen Raich und Milley. Sowohl anschlusswillige Mitglieder, reine Investoren, aber auch Leute, die selbst aktiv in der Bürgergenossenschaft mitarbeiten wollen, werden noch gesucht. Bis Ende des Jahres soll die Genossenschaft 50 Mitglieder haben – 120 Mitglieder sind bis Ende 2012 das Ziel.

Ein Geschäftsanteil soll 500 Euro kosten. Wer sich an die Rohrleitungen des Wärmenetzes anschließen lassen will, muss mindestens zwei Genossenschaftsanteile erwerben. Pro Person (oder Firma) dürfen höchstens 20 Anteile gekauft werden. Franz Milley hofft, dass er bald schon die benachbarten Dettenhäuser Betriebe an das neue Nahwärme-Netz anschließen kann: „Die Rohre sind auf unserem Grundstück schon verlegt.“

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16.07.2011, 12:00 Uhr
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