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Den Tiefpunkt erneuert

In Bühl ist die Ortsdurchfahrt wieder freigegeben / Leiserer Splittmastixbelag

Ganz ohne Pomp wurde gestern die Bühler Ortsdurchfahrt nach drei Monaten Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben. Während für die Anlieger der Umleitungsstrecken eine Leidenszeit zu Ende geht, wird es in der Ortsmitte nun wieder laut – aber nicht so laut wie vorher.

17.10.2015
  • Stephan Gokeler

Bühl. Vor der angekündigten Zeit am Donnerstagvormittag hatten die Straßenbauer die Absperrungen schon beiseite geräumt. Einen offiziellen Eröffnungsakt gab es nicht, nur einen kleinen Ortstermin mit Ortsvorsteher Gerhard Neth, den beiden Ortschaftsrätinnen Annelie Bauder und Annerose Langer sowie Thomas Swain und Jürgen Riegraf vom Fachbereich Tiefbau der Stadt. Damit ist die Eugen-Bolz-Straße, wie die L 370 in Bühl heißt, wieder offen. Drei Monate hat die Erneuerung der Bühlertalbachbrücke gedauert, so lange war die Ortsdurchfahrt gesperrt.

Zumindest offiziell: „Die Illusion, man könnte mit Beschilderung den Verkehr lenken, habe ich endgültig verloren“, meint Ortsvorsteher Neth rückblickend. Trotz weiträumiger Umleitungsausschilderung sei es regelmäßig zu kuriosen bis kritischen Situationen gekommen, weil Auto- oder Lastwagenfahrer lieber auf ihr Navigationsgerät vertrauten oder Schilder schlichtweg ignorierten.

In jedem Winkel nach Abkürzungen gesucht

Jeder Winkel im Ort sei auf der Suche nach Abkürzungen befahren worden. „Vor den Treppen zur Schule stand mal ein Auto, und sogar im Wald sind mir welche begegnet“, berichtet Neth. Annerose Langer hat zudem erlebt, dass gerade die Autofahrer, die sämtlich Schilder ignorierten, besonders aggressiv auf Behinderungen reagiert hätten. Man müsse froh sein, dass es während der Bauzeit auf den Umleitungsstrecken bei Blechschäden geblieben sei, findet Neth. Freuen werden sich auch die Anlieger, die nun wieder vom Umleitungsverkehr befreit sind. An der Ortsdurchfahrt werden vor allem die Einzelhändler glücklich sein über das Ende der Bauzeit. Für die Anwohner hingegen ging gestern eine seltene Ruhephase zu Ende.

Ganz so laut wie zuvor sollte es allerdings auch für sie nicht mehr werden: Der neue „Splittmastixbelag“ gehört zwar nicht in die Kategorie Flüsterasphalt, soll aber den Straßenlärm deutlich reduzieren. Die Einhaltung von Tempo 30 wird künftig zudem durch einen neuen Blitzer kontrolliert, der beide Fahrtrichtungen im Visier hat. Erneuert und mit abgeschrägten Randsteinen barrierefrei gestaltet wurde auch der Überweg mit Fußgängerampel.

Kaum sichtbar sind hingegen die technischen Besonderheiten der neuen Bühlertalbachbrücke. Die Baufälligkeit der aus dem Jahr 1949 stammenden Brücke war der Auslöser für die Arbeiten. So unscheinbar die Querung des Baches auch daherkommt, für die Planer und Baufirmen hatte sie spezielle Herausforderungen zu bieten. Sie ist der tiefste Punkt im Straßennetz von Bühl, entsprechend viel Wasser kommt hier bei Starkregen zusammen.

„Was bisher ungereinigt in den Bach gelangte, wird nun über viele Einläufe in der Senke ins Kanalnetz geleitet“, erläutert Thomas Swain. Dass die Brücke schräg zur Straße steht, stellt eine zusätzliche konstruktive Schwierigkeit dar. Außerdem musste sie stützenfrei ausgeführt werden, damit sie an dieser hochwassergefährdeten Stelle keine zusätzliche Barriere für anströmendes Wasser im Bach bildet. Das galt auch bereits für die Bauphase. Um ohne Gerüst arbeiten zu können, wurde der Unterbau mit Fertigteilen erstellt. Darauf wurde eine mehrschichtige Betonplatte gegossen.

Zum Glück, so Jürgen Riegraf, seien die alten Widerlager noch in gutem Zustand gewesen. So habe man sie verstärken und wiederverwenden können, was nicht nur Geld und Aufwand gespart habe: „Dadurch haben wir etliche Kollateralschäden vermieden, sonst wären womöglich Bäume bedroht gewesen.“ Jetzt hat die Brücke eine Traglast von 60 Tonnen und sollte damit für die nächsten Jahrzehnte gerüstet sein. Während der Straßenbelag ständigem Verschleiß unterliegt, sollte der Aufbau der Brücke 60 Jahre halten, der Unterbau sogar 100 Jahre, hofft Jürgen Riegraf. Die Kosten beziffert die Stadt Tübingen auf 485 000 Euro.

In Bühl ist die Ortsdurchfahrt wieder freigegeben / Leiserer Splittmastixbelag
Die neue Brücke über den Bühler Talbach in der Ortsmitte wird hier begutachtet von (von links) Thomas Swain (Fachbereich Tiefbau), Ortsvorsteher Gerhard Neth, Ortschaftsrätin Annelie Bauder und Jürgen Riegraf ((Fachbereich Tiefbau). Bild: Sommer


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17.10.2015, 12:00 Uhr
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