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In Berlin aufgetreten, in Ägypten verhaftet Regierung mit Kairo über Autor im Clinch

Der ägyptische Publizist Alexandrani hat auf einer Terror-Konferenz in Berlin gesprochen. Zurück in Kairo, wurde er verhaftet. Berlin reagiert verärgert.

12.12.2015
  • MARTIN GEHLEN

Kairo. Die Bundesregierung hat die Regierung in Kairo aufgefordert, den Hintergrund für die Festnahme des Wissenschaftlers und Publizisten Ismail Alexandrani aufzuklären. Er war am 29. November, aus Berlin kommend, auf dem Flughafen von Hurghada festgenommen worden.

Alexandrani (32) hatte an einer dreitägigen Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zum Thema "Islamistischer Terrorismus in Ägypten" teilgenommen. Nach Angaben seiner Anwälte wirft die ägyptische Justiz ihm vor, einer Terrororganisation anzugehören, die Ideologie der Muslimbruderschaft und falsche Nachrichten zu verbreiten.

"Die Bundesregierung verfolgt den Fall aufmerksam und hat die Regierung in Kairo um Aufklärung gebeten", teilte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer, auf eine Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner mit. Auf die Frage Brantners, ob der "bekannte regierungskritische Journalist Ismail Alexandrani aufgrund von gezielten Informationen der ägyptischen Botschaft in Berlin" festgenommen wurde, hieß es, der Bundesregierung lägen dazu "keine Erkenntnisse vor".

Alexandrani hat immer wieder Kritik an der Machtpraxis des Militärs geübt, welches im Juni 2013 den gewählten Muslimbruder-Präsidenten Mohammed Mursi entmachtet hat. Auch beurteilte der ausgewiesene Sinai-Experte in seinen Publikationen das Vorgehen der ägyptischen Führung im Anti-Terror-Kampf auf der unruhigen Halbinsel als kontraproduktiv.

Die Familie des Verhafteten hat den Verdacht geäußert, die ägyptische Botschaft in Berlin habe über Alexandranis DGAP-Auftritt ein Memo verfasst und das habe die Verhaftung ausgelöst. Sie berief sich dabei auf einen ungenannten Sicherheitsoffizier.

Nach Angaben der DGAP hatte der kürzlich ernannte ägyptische Botschafter in Berlin, Badr Abdelatty, versucht, auf die Auswahl der Redner Einfluss zu nehmen. Er verlangte, den ägyptischen Terrorexperten Omar Ashour von der britischen Exeter-Universität, der auch als Berater bei den Vereinten Nationen arbeitete, wieder auszuladen - ein absolut ungewöhnlicher Vorgang. Die DGAP lehnte das Ansinnen des Diplomaten kategorisch ab.

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12.12.2015, 08:30 Uhr
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