Pandemie

Impfschutz nach vier Wochen

Der Startschuss für die Corona-Impfungen ist gefallen. Fragen und Antworten zum Thema.

28.12.2020

Von HAJO ZENKER

Berlin. Wie viel Impfstoff kann jetzt verabreicht werden? Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) werden bis Jahresende 1,35 Millionen Impfdosen ausgeliefert. Im Januar sollen jede Woche mindestens 670 000 Dosen dazukommen. Da zwei Injektionen im Abstand von drei Wochen nötig sind, reichen 670 000 Dosen für 335 000 Menschen. Dann aber soll es sehr bald sehr viel mehr Impfstoff geben. Laut Spahn wird ab Sommer 2021 jeder Impfwillige ein Vakzin erhalten können.

Wer darf geimpft werden? Laut Impfverordnung sollen zunächst Menschen über 80 Jahre sowie Mitarbeiter in der stationären und ambulanten Pflege Hochbetagter sowie Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko – etwa in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten – geimpft werden.

Kann ich mich einfach an einem Impfzentrum anstellen? Auf keinen Fall. Zunächst sind sowieso erst einmal mobile Teams in Alten- und Pflegeheime ausgeschwärmt. Die meisten Impfzentren nehmen erst im Januar ihre Arbeit auf. Je nach Bundesland wird man entweder zu einer Impfung eingeladen oder kann selbstständig als Angehöriger der ersten Impfgruppe telefonisch oder online einen Termin vereinbaren.

Wie hoch ist überhaupt die Impfbereitschaft? Laut einer Umfrage von YouGov im Auftrag der dpa geben 32 Prozent an, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen. Weitere 33 Prozent sind dazu bereit, wollen jedoch erst einmal mögliche Folgen bei anderen abwarten. 19 Prozent sind gegen eine Impfung. Immerhin 57 Prozent der Befragten haben Angst vor Nebenwirkungen.

Welche Nebenwirkungen sind denn zu erwarten? Beim zunächst verwendeten Biontech-Vakzin muss man sich laut einer Studie auf Müdigkeit, Kopfweh und Schmerzen an der Einstichstelle einstellen. Auch von Fieber und Schüttelfrost wird berichtet. Im US-Bundesstaat Alaska war es bei zwei Geimpften zu allergischen Reaktionen gekommen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Vom ersten deutschen Impf-Ort, dem Halberstädter Seniorenzentrum in Sachsen-Anhalt, wo sich neben der 101 Jahre alten Edith Kwoizalla bereits am Samstag 39 weitere Bewohner sowie zehn Mitarbeiter piksen ließen, wurden am Sonntag keinerlei Probleme berichtet.

Wann tritt der Impfschutz ein? Genügend Antikörper hat der Mensch laut Robert-Koch-Institut eine Woche nach der zweiten Impfung gebildet – also vier Wochen nach der ersten Injektion. Laut Hersteller sollen 95 von 100 Geimpften vor einer Erkrankung geschützt sein. Wie lange dieser Schutz anhält, ist aber noch nicht bekannt.

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Erstellt:
28. Dezember 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Dezember 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2020, 06:00 Uhr

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