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Bankenaufsicht

Immer noch ein Berg fauler Kredite

Die Gewinne europäischer Banken sind weiterhin zu niedrig. Schulden bleiben ein zentrales Thema.

28.03.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die europäischen Banken sitzen weiter auf einem gewaltigen Berg fauler Kredite, auch wenn er im vergangenen Jahr etwas kleiner geworden ist. „Das wird für einige Zeit ein zentrales Thema bleiben“, sagt Danièle Nouy, Präsidentin der bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelten europäischen Bankenaufsicht (SSM) bei der Jahres-Presse-Konferenz in Frankfurt. Ende 2016 hatten die Institute faule und damit nicht rückzahlbare Kredite über 921 Mrd. EUR in ihren Büchern. Immerhin waren es 54 Mrd. EUR weniger als ein Jahr zuvor. „Das schwächt ihre Profitabilität und ihre Fähigkeit, die Wirtschaft zu finanzieren“.

Die betroffenen Institute müssten der Aufsicht klare Pläne auf den Tisch legen, wie sie ihre Kreditprobleme lösen wollen. Einzelne Länder nannte Nouy zwar nicht, aber in Italien gilt das Problemen mit faulen Krediten im Volumen von etwa 350 Mrd. EUR am größten

Nur leichte Verbesserungen

Zwar stehen die Banken nach Ansicht von SSM-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger dank besserer Kapitalisierung, der wirtschaftlichen Erholung und der wirksamen Aufsicht besser da als in der Vergangenheit. Aber immer noch sei bei vielen Instituten die Profitabilität zu niedrig. Es gehe nicht nur um stabile Banken, sondern auch darum, dass sie auskömmliche Gewinne erwirtschaften. „Gewinne sind weiter ein Schwachpunkt für viele Banken in Europa“, sagt auch Nouy. Etliche Institute würden nicht einmal ihre Kapitalkosten verdienen. „Das macht uns Sorgen“.

In vielen Ländern sei der Bankensektor stark zersplittert. Diese Überkapazitäten führten zu einem starken Wettbewerb, was wiederum auf die Gewinne drücke. „Das ist ein klarer Fall für Konsolidierung, etwa durch Fusionen und Übernahmen, auf nationaler Ebene, aber auch grenzüberschreitend“, sagt Nouy. Dabei werde die Aufsicht aber sehr genau darauf achten, dass keine neuen Risiken entstünden.

Große Institute sind wichtig

Konkrete Banken und Länder nannten die beiden SSM-Chefinnen auch hier nicht. Für Lautenschläger aber bleiben große, systemrelevante Banken weiter ein Muss. „Die deutsche Wirtschaft etwa braucht solche Banken, wenn sie weltweit Geschäfte machen will.“ Auch mit Blick auf den Brexit, also den Ausstieg der Briten aus der EU; haben sich die Aufseher längst als Szenario vorbereitet. Sie werden Instituten, die derzeit von London aus in der EU tätig sind, klare Auflagen machen. „Wir werden nur gut kapitalisierten und gut geführten Bankhäusern eine Lizenz erteilen“, sagt Lautenschläger. Leere Hülle und damit Briefkastenfirmen würden nicht akzeptiert. Jede Bank müsse ein angemessenes lokales Risiko-Management, ausreichend lokale Mitarbeiter und unabhängige Geschäftsmöglichkeiten haben. Rolf Obertreis

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28.03.2017, 06:00 Uhr
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