Konjunktur

„Im dritten Quartal geht es aufwärts“

Die Verbände der Wirtschaft erwarten, dass es drei bis vier Jahre dauert, bis die Firmen wieder ausgelastet sind.

01.07.2020

Von dpa

Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer DIHK. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Köln. Die Folgen der Corona-Krise werden der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung von Volkswirten bis weit ins Jahr 2021 zu schaffen machen – mindestens. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verbreitet allerdings Hoffnung: „Wir haben das Tal der Tränen erreicht“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. „Im dritten Quartal sollte es schon eine positive Entwicklung geben.“

Industrie und Dienstleistung dürften auch 2021 „vielfach deutlich unterausgelastet bleiben“, schreibt das IW auf der Grundlage einer Umfrage unter Wirtschaftsverbänden. In einigen Bereichen werde die Wirtschaftsleistung erst im Jahr 2022 wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen.

Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft drei bis vier Jahre brauchen wird, um wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen. DIW-Präsident Marcel Fratzscher: „Die Bundesregierung muss wohl noch einmal nachlegen.“

Eigenkapital schwindet

Nachbesserungen am Hilfsprogramm der Bundesregierung fordert auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Denn in einer Umfrage unter 8500 Unternehmen hätten mehr als 40 Prozent der Firmen von Liquiditätsengpässen berichtet. Fast jedes zweite melde einen Rückgang des Eigenkapitals. DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sprach von einem „Wettlauf ums Eigenkapital“. Im Herbst werde die Lage schwierig.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds müsse auf den Mittelstand erweitert werden, der Staat sich an mehr Firmen beteiligen, forderte Wansleben. Darüber sei der DIHK in „sehr guten“ Gesprächen mit der Bundesregierung.

Der von der Bundesregierung aufgelegte milliardenschwere Hilfsfonds gilt bisher für Unternehmen ab 250 Mitarbeitern. Er sieht vor, dass sich der Bund auch an Unternehmen beteiligen kann, wie im Fall der Lufthansa.

Immerhin 20 der 31 Verbände prognostizieren in der Umfrage für das IW für 2021 zum Teil kräftiges Wachstum gegenüber dem Krisenjahr 2020. „Besonders schwer scheint es mir in der Automobilindustrie zu sein“, sagte Hüther. „Denn der Umstieg auf alternative Antriebe fordert diese Schlüsselbranche ohnehin erheblich.“

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Erstellt:
1. Juli 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Juli 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2020, 06:00 Uhr

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