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Bildung

Im Südwesten fällt mehr Unterricht aus

Erstmals hat das Land die Daten an allen Schulen erhoben. Schlusslicht sind die Gymnasien. Gewerkschaften fordern höhere Krankheitsreserven.

28.07.2018

Von ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. An den Schulen im Land sind im gerade beendeten Schuljahr im Schnitt 4,1 Prozent des Unterrichts ausgefallen. Der Anteil der Stunden, die von einer Vertretungskraft gegeben wurden, lag bei 6,3 Prozent. Damit wurde jede zehnte Schulstunde gar nicht oder nicht von der vorgesehenen Lehrkraft erteilt. Schlusslicht sind die allgemein bildenden Gymnasien, an denen 6,6 Prozent des Unterrichts komplett ausfielen und weitere 6,1 Prozent durch Vertretungen überbrückt wurden.

Das ist das Ergebnis einer vom 11. bis 15. Juni 2018 durchgeführten Erhebung an allen 4500 öffentlichen Schulen im Land. In einem Drittel der Fälle fehlten die Lehrer krankheitsbedingt. Außerunterrichtliche Veranstaltungen, Fortbildungen und Elternzeit trugen ebenfalls zum Unterrichtsausfall bei.

Es ist die erste umfassende Erhebung des Unterrichtsausfalls. Bislang gab es nur eine jährliche Stichprobenuntersuchung im November an rund 15 Prozent der Schulen. Mit der Vollerhebung könne man gezielt auf Probleme in der Unterrichtsversorgung vor Ort reagieren, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Der Komplettüberblick verdüstert das bisherige Bild: Die Stichprobe vom November 2017 hatte noch ergeben, dass 3,6 Prozent des Unterrichts ausfallen. Ein Jahr zuvor hatte der Wert noch bei 3,2 Prozent gelegen.

Nach der neuen Erhebung haben auch die beruflichen Schulen mit einer Quote von 6,0 Prozent einen hohen Unterrichtsausfall zu beklagen; bei den Realschulen liegt der Wert bei 4,3 Prozent, die Grundschulen schneiden mit 1,2 Prozent am besten ab.

Der Landeschef des Philologenverbands, Ralf Stoll, nannte die Ergebnisse „dramatisch“. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verbands Bildung und Erziehung (VBE) forderten, die Lehrerreserve kräftig aufzustocken. Der SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei sagte, der Unterrichtsausfall gehe „auf die Kappe von Grün-Schwarz“, da die Regierung noch 2017 Lehrerstellen abgebaut habe.

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Erstellt:
28. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2018, 06:00 Uhr

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