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Tempo-Rausch im Mini-Format

Im Kreis Calw steht eine der letzten Speedmodellauto-Rennbahnen

Mit 300 Sachen und mehr heizen kleine Flitzer durchs Motodrom, Piloten aus aller Welt sind in den Schwarzwald gekommen. Doch die Blütezeit des Speedmodellauto-Fahrens ist vorbei: Es fehlt Nachwuchs.

21.05.2013

Von RALF RECKLIES, DPA

Unterreichenbach Giorgio Citterino reckt die Faust in die Höhe und strahlt. Der Italiener ist mit der Geschwindigkeit, die sein Modellrennwagen beim ersten Lauf um den Internationalen Schwarzwald Wanderpreis erreicht hat, zufrieden. Auf dem Rundkurs des Kapfenhardter Motodroms in Unterreichenbach (Kreis Calw) hat sein nur wenige Zentimeter großer Miniaturbolide mit Verbrennungsmotor acht Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 327,119 Stundenkilometern zurückgelegt. Schneller ist an diesem Tag keiner.

Aus ganz Europa sind am Pfingstwochenende knapp 50 Piloten von Speedmodellautos an den Rand des Nordschwarzwalds gekommen. Sie schicken an den beiden Wettbewerbstagen ihre Fahrzeuge in fünf Starterklassen mit Verbrennungsmotoren zwischen 1,5 und 10 Kubikzentimeter Hubraum ins Rennen. "Wir sind mit dem Starterfeld sehr zufrieden", sagt Volker Besang, Schriftführer der 1958 gegründeten Renngemeinschaft Schwarzwald (RGS), die die einzige überdachte Strecke in Deutschland hat. Jüngster Teilnehmer in diesem Jahr ist der erst 14 Jahre alte Mika Doering aus Hamburg, der den Altersschnitt bei jedem Rennen erheblich senkt. "Denn unser größtes Problem ist der Nachwuchs", sagt Besang.

Jüngstes RGS-Mitglied ist der 31-jährige Christoph Rabenseifner aus Frankfurt. Die meisten der übrigen zehn aktiven RGS-Mitglieder zählen inzwischen weit mehr als 50 Jahre. "Uns beschäftigt daher die bange Frage, wie es mit unserem Klub weitergeht", sagt der aus Pforzheim stammende Besang, der inzwischen im bayerischen Trostberg lebt und wie seine Kameraden meist nur noch zu den Wettbewerben an die Rennbahn im Kapfenhardter Tal kommt.

Die Blütezeit des Speedmodellauto-Rennsports ist eh längst vorbei. Gab es einst in der Bundesrepublik fünf ständige Rennbahnen, so sind es heute nur noch zwei. Jene am Rand des Unterreichenbacher Teilorts Kapfenhardt und eine in Hannover. Diese hat der Hannoversche Motorsport Club (HMC) 1957 in Betrieb genommen.

"Der Speedmodellauto-Rennsport hat einige Handicaps", sagt der RGS-Vorsitzende Horst Denneler aus Stuttgart. Nicht nur die Anschaffung der kleinen Flitzer und deren regelmäßige Wartung kosteten viel Geld, auch das Reisen zu den Wettkämpfen in ganz Europa und darüber hinaus sei nicht ganz billig. Außerdem müssten die Speedmodell-Fans auch technikbegeistert sein. "Denn hier gibt es nur wenig von der Stange." Sprich: Motoren und Karosserien werden meist in Eigenleistung gefertigt. "Und da ist absolute Präzision gefragt." Die mobile Werkstatt in Kofferform ist bei jedem Rennen dabei, so kann bei Pannen sofort repariert werden.

Schrauben, tüfteln, reparieren: Von der "Stange" gibt es kaum etwas, Selberbasteln ist bei den Speed-Modellautos deshalb Pflicht. Foto: dpa

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Erstellt:
21. Mai 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Mai 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2013, 12:00 Uhr

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