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27-Jähriger kommt bei Badeunfall ums Leben

Im Kirchentellinsfurter Baggersee suchten Retter stundenlang nach einem Nichtschwimmer

Viele Rettungskräfte waren seit dem frühen Samstagnachmittag am Kirchentellinsfurter Baggersee im Einsatz, um nach einem vermissten 27-Jährigen aus dem Kreis Ludwigsburg zu suchen. Erst am Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr wurde der Mann von Polizeitauchern der Wasserschutzpolizei tot aus dem Wasser geborgen.

14.07.2018
  • uha/hz

Der Alarm ging am Samstag gegen 13.50 Uhr in der Leitstelle ein, als der Mann im See untergegangen war und seine Begleiter um Hilfe riefen. Laut Informationen von Polizei und Rettungskräften soll der junge Mann, der nicht schwimmen konnte, zusammen mit zwei Freunden vom Anleger der Fischer am Nordwestufer mit einem Schlauchboot auf den See gepaddelt sein. Alle drei badeten neben dem Boot im mehrere Meter tiefen Wasser. Der 27-Jährige hatte als Schwimmhilfe ein aufblasbares Nackenkissen dabei, von dem er aber abrutschte und sofort unterging. Seine nur wenige Meter entfernt schwimmenden Begleiter eilten unverzüglich zu Hilfe, konnten den Mann aber schon nicht mehr erreichen.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war vor Ort: DLRG mit drei Booten und einem Sonargerät; die Feuerwehren Kirchentellinsfurt, Tübingen und Reutlingen mit 14 Fahrzeugen und mehr als 60 Leuten; der Rettungsdienst mit sieben Fahrzeugen, elf Einsatzkräften und zwei Notärzten sowie mehrere Polizeistreifen. Aus der Luft unterstützte zeitweise ein Polizeihubschrauber die Suche.

Insgesamt 19 Taucher waren am Samstag im Einsatz. Die DLRG suchte den See mit einem Sonargerät ab. Bis zum späten Nachmittag blieb die Suche in dem trüben Badeseewasser, das stellenweise um die vier Meter tief ist und zudem am Grund voller Pflanzen sein soll, aber erfolglos. Im Baggersee gibt es auch kräftige Strömungen, so dass völlig unklar war, wohin genau der Vermisste abgetrieben wurde. Mehrmals weiteten die Einsatzkräfte den Suchradius aus.

Am Ufer wurde nachmittags Verpflegung für die Einsatzkräfte angeliefert, als man sich offenbar auf eine längere Suche einstellte. Besonders für die Taucher, die bei allenfalls 40 Zentimeter Sichtweite unter Wasser hochkonzentriert arbeiten müssen, sind solche Einsätze sehr kräftezehrend. Nach spätestens einer halben Stunde brauchen sie eine längere Erholungspause.

Inzwischen handle es sich nicht mehr um einen Rettungseinsatz, war am späten Nachmittag von der Feuerwehr zu vernehmen. Man suche nun nach einem mutmaßlich Ertrunkenen, hieß es um 17 Uhr. Am Samstagabend nach 19 Uhr wurde die Suche zunächst abgebrochen.

Am Sonntagmorgen setzten Spezialisten des Polizeipräsidiums den Einsatz fort. Sie fanden den Ertrunkenen im etwa vier Meter tiefem, sehr trüben Wasser am Grund des Sees. Die Kriminalpolizei setzte vor Ort die Ermittlungen fort und geht derzeit von einem tragischen Unglücksfall ohne fremde Beteiligung aus.

Wie bei der Katastrophenschutzübung

Im Herbst 2017 hatten tausende Einsatzkräfte aus den vier Landkreisen Böblingen, Esslingen, Reutlingen und Tübingen im Rahmen der Katastrophenschutz-Großübung „Heißer Süden“ gemeinsam trainiert. Am Kirchentellinsfurter Baggersee war im Oktober auch die Suche nach Vermissten, unter anderem mit dem Sonarboot der Esslinger Wasserrettung geübt worden.

Katastrophenschutzübung Heißer Süden

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Tausende Einsatzkräfte übten im und rund um den Schönbuch.

© Video: Schweizer 05:28 min

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14.07.2018, 16:26 Uhr | geändert: 15.07.2018, 11:25 Uhr
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