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Im Haus des Islam – einst und jetzt
Erich Follath: Jenseits aller Grenzen. Auf den Spuren des Ibn Battuta. „Spiegel“/DVA, 528 Seiten, 24,99 Euro.
Politisches Buch

Im Haus des Islam – einst und jetzt

17.08.2016
  • BERTHOLD MERKLE

Kaum einer kennt den wohl größten Reisenden aller Zeiten: Ibn Battuta war 29 Jahre unterwegs und hat die gesamte damals bekannte islamische Welt besucht. Fast sieben Jahrhunderte ist das her. Der „Spiegel“-Korrespondent Erich Follath hat sich jetzt auf die Spuren des Marokkaners begeben und ein eindrucksvolles Bild des Gestern und Heute abgeliefert.

Das ist einer der großen Spannungsbogen in „Jenseits aller Grenzen“: Die damaligen Zustände mit den heutigen Verhältnissen vergleichen. Follath nimmt sich den großen historischen Reisenden als „Kollegen“ vor. Ibn Battutas Trip war ein riesengroßes Abenteuer. 1325 ist er mit 21 Jahren nach Mekka zur Pilgerfahrt aufgebrochen und erst nach 120 000 Kilometer wieder in seine Heimatstadt Tanger zurückgekehrt. 13 Städte, die Ibn Battuta beschrieben hat, bereiste der Autor für sein Buch auch. Tanger, Kairo, Istanbul, Damaskus, Mekka, Shiraz, Samarkand, Male, Delhi, Jakarta, Hangzhou und zum Schluss Granada. Klar wird, wie frei die islamische Welt vor 700 Jahren war und wie eng und verschlossen sie heute ist.

Der wohl größte Unterschied zwischen der Welt des Ibn Battuta und der heutigen: Der Abenteurer war im „Haus des Islam“ unterwegs – mit einer Sprache, einem Rechtssystem und offenen Grenzen. Für keines der Länder brauchte Battuta ein Visum. Sein Nachfolger musste, bis auf Granada, für jedes seiner Reiseziele Visa beantragen.

„Gibt es eher Fortschritte oder Rückschritte im Vergleich zu Battutas Zeiten?“, fragt der erfahrene Reporter. Für Saudi Arabien lautet seine Antwort eindeutig und traurig: keine Fortschritte, nur Rückschritte.

Derartige Erkenntnisse sind auch dem faszinierenden Umstand zu verdanken, dass Follath gleich zwei Spuren folgt. Zunächst der des fernen historischen Weltenbummlers und dann seiner eigenen. Denn alle Battuta-Stationen waren irgendwann auch schon einmal Follath-Stationen. Der Reporter kann daher das Heute auch mit seinen früheren Erinnerungen vergleichen.

Aus der Summe seiner Erfahrungen, Beobachtungen und der vielen Gespräche hat Follath auch eine Zustandbeschreibung des heutigen Islam verfasst. Er sieht die Lage kritisch, aber nicht hoffnungslos. „Jenseits aller Grenzen“ ist so viel: spannende Reisereportage, scharfsinnige Analyse und meisterhafte Erzählkunst – vor allem aber eine wunderbare, faszinierende Darstellung der islamischen Welt in ihrer ganzen Vielfalt.

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17.08.2016, 06:00 Uhr
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