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8600 Quadratmeter seit kurzem komplett vermietet

Im Gründerzentrum auf der Viehweide arbeiten 300 Menschen

Nach jahrelanger Durststrecke ist das Biotechnologiezentrum auf der Oberen Viehweide auf Erfolgskurs: Stand vor zwei Jahren noch ein Drittel leer, ist das Haus seit kurzem voll belegt. Doch die städtischen Zuschüsse sind immer noch hoch.

24.05.2011

Von Volker Rekittke

Inkubator für junge Firmen: So funktioniert das Technologiezentrum
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Inkubator für junge Firmen: So funktioniert das Technologiezentrum --

04:06 min

Tübingen. Die Ergebnisse der jüngsten Studie waren vielversprechend: Bei 70 Prozent der Patienten mit Prostatakrebs reagierte das Immunsystem auf den Impfstoff. Hergestellt haben das Mittel die Forscher/innen der Biotech-Firma Curevac. Die belegt mit ihren 80 Mitarbeitern gut 2000 Quadratmeter und damit fast ein Viertel der Fläche im Tübinger Biotechnologiezentrum (BTZ). Wenn es bei Curevac und der ebenfalls an Krebsimpfstoffen forschenden Firma Immatics – der zweitgrößten Mieterin – weiter so gut läuft, könnte im BTZ eines Tages Medizingeschichte geschrieben werden (siehe Linkbox).

Seit Ende vergangenen Jahres ist das 2003 fertiggestellte Gebäude voll belegt. Die 8600 Quadratmeter Nutzfläche teilen sich 20 Mieter, die etwa 300 Mitarbeiter/innen beschäftigen. Allein die beiden Flaggschiffe Curevac und Immatics haben mit ihren Laboren, Reinräumen und Büros fast die Hälfte der BTZ-Fläche gemietet (siehe „20 Firmen unter einem Dach“).

Forschen im Biotechnologiezentrum: Im Labor der Firma Curevac stimuliert Helen Baur Zellen. Bild: Sommer

„Jetzt ernten wir die Früchte von zehn Jahren Aufbauarbeit“, sagt Christoph Pfefferle. Der Leiter des Reutlinger Wirtschaftsamts ist einer von zwei Geschäftsführern der Technologie-Fördergesellschaft Reutlingen-Tübingen (TF R-T). Der andere ist Wolfgang Kleinmann vom Tübinger Liegenschaftsamt. Die einzige Mitarbeiterin Christine Decker sitzt im BTZ neben der Sternwarte – und berät Uni-Wissenschaftler, die ihre Ideen in einer eigenen Firma zur Produktreife bringen und damit irgendwann einmal Geld verdienen wollen. Die Technologie-Fördergesellschaft ist Mieterin des

  • Tübinger BTZ auf der Viehweide,
  • >>Gebäudes Vor dem Kreuzberg (1800 Quadratmeter, derzeit nur zu etwa 40 Prozent belegt) sowie des
  • >>Technologiegebäudes Aspenhaustraße 25 in der Reutlinger Mark West, direkt neben dem NMI (4500 Quadratmeter, derzeit zu 70 Prozent belegt).

Die TF R-T wurde von den Städten Tübingen und Reutlingen 1999 gegründet. Das war, als Biotech- und Internet-Gründungen wie Pilze aus dem Boden schossen. Kurze Zeit später platzte bekanntlich die Blase. Auch in Tübingen und Reutlingen folgten bittere Jahre mit einigen Firmeninsolvenzen. Zeitweise waren im BTZ bis zu zwei Drittel der Flächen nicht vermietet.

Auch wenn das Biotechnologiezentrum mittlerweile zu 98 Prozent belegt ist: Der Zuschussbedarf ist hoch. 1,6 Millionen Euro schossen Tübingen und Reutlingen allein 2009 zu – beide Städte teilen sich die Verluste ebenso wie die Gewinne hälftig. Die hohen Subventionen im Jahr 2009 erklärt TF R-T-Geschäftsführer Kleinmann mit der Insolvenz einer Mieterin in der Aspenhaustraße 25, der Firma Medimod, und mit erhöhten Verlustrückstellungen. 2010 subventionierten die zwei Partner das Projekt insgesamt mit etwa einer halben Million Euro. 2008 waren es rund eine Million.Von 1999 bis 2010 steckten Tübingen und Reutlingen insgesamt 10,7 Millionen Euro in die drei gemeinsam betriebenen Technologiegebäude.

Dagegen stehen, in den Jahren 2000 bis 2009, im gesamten Technologiepark Steuereinnahmen in Höhe von 2,2 Millionen Euro (600 000 Euro Grundsteuer, 1,6 Millionen Euro Gewerbesteuer). Die Kämmerer in Tübingen und Reutlingen hoffen, dass sich das Verhältnis von Ausgaben und Einnahmen irgendwann einmal zu ihren Gunsten umkehrt.

8600 Quadratmeter seit kurzem komplett vermietet: Im Gründerzentrum auf der Viehweide arbeiten 300 Menschen 24.05.2011 Curevac, Immatics und Cegat: Die Vorzeige-Firmen im Biotechnologiezentrum 24.05.2011 Wer im Technologiezentrum ist: 20 Firmen unter einem Dach 24.05.2011 Langsam wächst der Technologiepark: Was es alles auf der Oberen Viehweide gibt 24.05.2011

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Erstellt:
24. Mai 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Mai 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2011, 12:00 Uhr

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