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Im Bodelshäuser Erwachsenenwohnheim der KBF werden ehrenamtliche Helfer gesucht
Nur ein Schwätzle, mal in die Kneipe oder gar zum VfB: Die Bewohner des KBF-Wohnheims in Bodelshausen brauchen dazu Helfer – auch für einen Roll-Out auf die Wiese. Bild: Klaus Franke
Zeit ist Gold: Freiwillige Helfer dringend gesucht

Im Bodelshäuser Erwachsenenwohnheim der KBF werden ehrenamtliche Helfer gesucht

Im Wohnhaus für Menschen mit Behinderung in der Bodelshäuser Ringstraße ist das Betreuungsteam ratlos: Seit etwa zehn Jahren suchen Mitarbeiter und Bewohner nach Menschen, die es sich vorstellen können, sich dort ehrenamtlich zu engagieren. „Letztendlich wissen wir nicht mehr, was wir machen sollen“, sagt Peter Beutmann.

09.11.2018
  • Amancay Kappeller

Seit drei Jahrzehnten ist der Mössinger in der Ringstraße beschäftigt. Ein Team aus mehr als 20 Mitarbeitern, von Heilerziehungspflegern über Sozialpädagogen bis hin zu Kranken- und Altenpflegern, kümmert er sich dort rund um die Uhr um derzeit 48 Bewohner im Alter von Anfang 20 bis 70 Jahre. Die Handicaps, mit denen die Bewohner zu kämpfen haben, sind sehr unterschiedlich: Die Bandbreite reicht von geistig schwer behindert bis leicht körperbehindert.

Das Erwachsenenwohnheim für Menschen mit Behinderung in der Bodelshäuser Ringstraße gibt es seit 1989. In gemischten Wohngruppen leben die Frauen und Männer in der Einrichtung, erzählt Beate Rösch, die seit Jahren Vorsitzende des Heimbeirats ist. Der Bewohnerbeirat vertritt 166 Bewohner an acht Standorten in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Zollernalb. 2019 werden in Mössingen und Balingen noch einmal zwei Standorte mit 32 Plätzen dazukommen. Die Bewohner leben bislang in 30 Wohnungen. In der Ringstraße gibt es auch eine Tagesbetreuung.

„Es geht um einfache Dinge wie spazieren gehen, mal ins Kino oder reden“, erklärt Beutmann. Zeitspender sind gefragt – und nicht nur in Bodelshausen. „Andere Häuser haben die gleichen Probleme“, weiß der Mössinger. Vor 30 Jahren verging kaum ein Tag, an dem er nicht mit Bewohnern spazieren ging, berichtet er. Der Arbeitsaufwand sei für die Mitarbeiter mittlerweile aber einfach viel größer, erst recht nach dem Wegfall der Zivildienstleistenden. Die KBF beschäftigt heutzutage Freiwillige, die aus aller Welt kommen – „FSJler“ und auch „Bufdis“. „Das ist total spannend. Es zeigt aber auch, wie schwer es ist, Arbeitskräfte zu finden“, so Beutmann.

Die Bewohner werden älter und damit pflegebedürftiger. Dazu kommt, dass bei Personalmangel im sozialen Bereich einfach nicht mehr so viel Zeit bleibt für Unternehmungen außer der Reihe. Freiwillige könnten helfen, damit die Bewohner auch mal aus dem Haus kommen, sagt Beutmann. Deshalb sei man ständig auf der Suche nach ehrenamtlich Engagierten.

Leider waren bislang alle Bemühungen umsonst, berichtet der Mössinger. In (Kirchen-)Gemeindeblättern schaltete die KBF Anzeigen, für die eigenen Interessen getrommelt hat das Team auch beim Dorfstraßenfest. Im Bürgerbüro hängen Steckbriefe von Bewohnern, die sich über Unterstützung freuen würden.

Bewohnerin Daniela Pluns vermutet, dass manchmal auch Berührungsängste hinter ausbleibendem Engagement stecken. Seit 2015 engagiert sich ein Ehepaar für die Bewohner der Bodelshäuser Ringstraße, außerdem ein ehemaliger Hausarzt aus dem Ort. Das war es dann aber auch schon.

Dabei können Besucher den Bewohnern auf vielfältige Art und Weise eine Freude bereiten. „Es gibt 1000 Möglichkeiten“, sagt Beutmann. Vielleicht finde sich ein Filmbegeisterter, der alle paar Wochen einen Streifen laufen lässt – Leinwand und Beamer sind im Haus vorhanden. Denkbar wären auch Spieleabende oder Bildvorträge.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Natürlich geben auch in der Ringstraße alle ihr Bestes, um im Rahmen des Möglichen Abwechslung in den Alltag der Bewohner zu bringen, erklärt Beutmann. Auch im Haus organisieren sie Events. Selbstverständlich gab es zuletzt eine Halloween-Party. Unternehmungen in Form von Ausflügen bietet jährlich auch das Sommerferienprogramm.

Daniela Pluns würde einfach gerne mal „ein Schwätzle halten“, vielleicht in einer Kneipe etwas trinken gehen. „Und wenn jemand beispielsweise mit dem Hund Gassi geht, dann könnte er Bewohner doch mitnehmen“, schlägt Beutmann vor.

Jürgen Fröhlich, passionierter Hobby-CB-Funker, hätte Lust auf Kino – oder auf einen Besuch beim VfB Stuttgart ab und an. Viele Rollstuhlfahrer haben schließlich auch eine Begleitperson frei, erzählt er augenzwinkernd. Miriam Kuster ist ein richtiger Konzert-Fan. Sie schwärmt von Auftritten der Spider Murphy Gang, von Sarah Connor und Nena, bei denen sie war. Ein Mal in der Woche, donnerstags, hat im Haus das „Ringcafé“ geöffnet. Ein zweites Mal könnte es öffnen, wenn sich jemand zusätzlich engagieren würde.

„Frischluft schnuppern, rauskommen, mal alleine jemanden für sich haben: Das ist es, worum es den Bewohnern im Endeffekt geht“, sagt Beutmann. Und vielleicht ließe sich auf diese Weise auch der eine oder andere Wunsch ganz einfach erfüllen. Nur Zeit braucht es dafür.

Kontaktdetails für Zeitspender

Wer Interesse hat, sich ehrenamtlich im KBF-Wohnheim in der Bodelshäuser Ringstraße zu engagieren, oder auch an einem anderen Standort, der kann sich tagsüber an die dortige zentrale Rufnummer wenden, Telefon 07471/95260. Ab 16 Uhr erreicht man Beate Rösch, Vorsitzende des Heimbeirats unter 07471/ 952616,

Peter Beutmann unter 07471/952614. Kontakt kann man auch per E-Mail aufnehmen: wh-bewohnerrat@kbf-na.de.

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09.11.2018, 01:00 Uhr
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