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Im Einsatz für eine offene Gesellschaft
Christoph Michl stellt die neue CSD-Schirmfrau Judith Skudelny vor. Foto: Uwe Roth
Zusammenleben

Im Einsatz für eine offene Gesellschaft

Bisherige Schirmherrin der Christopher-Street-Parade spricht von „heißen Diskussionen“ in der Landeskirche.

05.02.2018
  • UWE ROTH

Stuttgart. „Expedition wir“ ist das Motto des CSD-Kulturfestival vom 13. bis 29. Juli. Die jährliche Parade durch die Stuttgarter Innenstadt mit bis zu 200 000 Zuschauern wird am Samstag, 28. Juli sein. Das hat Christoph Michl von der Interessensgemeinschaft (IG) Christopher-Street-Day Stuttgart am Samstag beim Neujahrsempfang in der Sparda-Welt bekannt gegeben. Die IG vertritt nach eigenem Bekunden die Interessen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen. Sie wird auch als Regenbogen-Community bezeichnet. Gleichzeitig wurde die FDP-Politikerin Judith Skudelny als Schirmfrau 2018 vorgestellt. Die 42-jährige frühere Bundestagsabgeordnete ist Geschäftsführerin der Landesliberalen und übernahm das Amt von Gabriele Arnold, Prälatin der Evangelischen Landeskirche.

Die Theologin betonte in ihrer Abschiedsrede, dass sie „unheimlich stolz“ sei, diese Funktion ausgeübt zu haben – ein Amt, das in ihrer Landeskirche nicht unumstritten gewesen sei. Es habe oftmals heiße Diskussionen gegeben. Sie habe aus Kirchenkreisen aber ebenso viel Zuspruch und Unterstützung erhalten. Gemeinden hätten die Initiative Regenbogen ins Leben gerufen, um deutlich zu machen, dass in ihrer Kirche jeder willkommen sei. Vom Herbst bis heute sei die Initiative von 21 auf 41 Gemeinden gewachsen.

Im Herbst hatte eine Mehrheit in der Landessynode eine Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren in der Kirche abgelehnt. Arnold rief dazu auf, dies nicht als Anlass zu nehmen, der Kirche den Rücken zu kehren. Besser sei es, sich innerhalb weiterhin für die Gleichberechtigung einzusetzen.

Judith Skudelny versprach, vor allem die politischen Interessen der Community zu verfolgen. Sie setze sich dafür ein, dass es als Normalität empfunden werde, wenn Menschen eine andere Form des Zusammenlebens suchen als die klassische von Mann und Frau. „Es soll sich niemand mehr Gedanken machen, wer mit wem verheiratet ist“, sagte sie. CSD-Geschäftsführer Michl begründete das Motto 2018 so: Die Welt und die Gesellschaft ändere sich. Die Community könne ihren Teil „zu einem neuen Wir“ beitragen. Ziel sei „eine Gesellschaft, in der wir leben wollen.“

Das CSD-Kulturfestival wird von 20 Ehrenamtlichen organisiert. Die Kosten von etwa 300 000 Euro werden nach Angaben von Christoph Michl ohne öffentliche Zuschüsse gestemmt. Stattdessen unterstützen zahlreiche, zum Teil finanzstarke Sponsoren das Festival. Uwe Roth

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05.02.2018, 06:00 Uhr
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