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Im Diesel-Schlamassel
Rupert Stadler steht schwer in der Kritik. Der Audi-Chef betreibe schlechtes Krisenmanagement, heißt es. Foto: afp
Audi und VW räumen auf - Porsche tritt die Flucht nach vorn an und baut Elektro-Auto

Im Diesel-Schlamassel

Die VW-Töchter Porsche und Audi sind vor einigen Wochen in den Sog des Diesel-Skandals geraten. Nun will Audi aufräumen, Porsche baut ein E-Auto.

05.12.2015
  • DPA

Stuttgart/Ingolstadt. Für Porsche sah 2015 lange nach einem Jahr auf der Überholspur aus - doch inzwischen ist man mit drin im Diesel-Schlamassel. In den USA hat Porsche mindestens 13 000 Cayenne-Geländewagen ausgeliefert, die nach den dortigen Regeln unerlaubte Software an Bord haben. Die Drei-Liter-Dieselantriebe wurden von Audi hergestellt.

Die beiden PS-starken VW-Töchter sind traditionell Rivalen, die Zielkundschaft ist teils deckungsgleich, Geländewagen wie der Porsche Cayenne und Audi Q7 sind vom Typus ähnlich. Rechtlich gesehen ist die Sache klar, Porsche ist in der Haftung. Dennoch: Ist nicht doch Audi irgendwie (mit-) schuld daran, dass die weiße Weste von Porsche nun beschmutzt ist?

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer schätzt, dass die Enttäuschung unter Porsche-Ingenieuren groß ist. Mit Blick auf Audi werde "natürlich Vertrauen getrübt, wenn so etwas passiert". Hängt der Haussegen also schief? "Von einem Streit unter Konzerntöchtern kann überhaupt keine Rede sein", beteuert ein Porsche-Sprecher.

Überraschender ist, was auch höhere Mitarbeiter hinter vorgehaltener Hand verlautbaren. "Das ist ein schwieriges Thema", sagt zwar ein Porsche-Manager. "Aber es bringt uns doch nichts, jetzt mit dem Finger auf Audi zu zeigen."

Auch bei den Sitzungen des Aufsichtsräte bei Audi und Porsche waren die Beziehung untereinander kein großes Thema, wie aus Konzernkreisen zu hören war.

Trotz all der relativ positiven Stimmen in schlechten Zeiten: Zoff könnte es geben - nach Einschätzung Dudenhöffers etwa rund um die Person Rupert Stadler. Der Audi-Chef betreibe schlechtes Krisenmanagement. Er hatte Manipulationen ausgeschlossen und musste sie später doch einräumen. Sollte es für Stadler im Diesel-Skandal eng werden, hätte VW-Boss und Ex-Porscheaner Matthias Müller ein Wörtchen mitzureden.

Bei VW soll Stahl-Manager Karlheinz Blessing Personalchef werden. Die IG Metall, die das Vorschlagsrecht hat, hatte lange Zeit nach einer Besetzung auf den Posten gesucht, der eine Schlüsselposition im Abgas-Skandal einnimmt. Auch die VW-Tochter Audi zieht Konsequenzen. Müller hat den Vorsitz im Aufsichtsrat der Nobelmarke übernommen. Das Kontrollgremium entließ zudem den bereits im September beurlaubten Technikvorstand Ulrich Hackenberg und holte den zu Rheinmetall gewechselten früheren Leiter der Audi-Motorenentwicklung Stefan Knirsch als Nachfolger zurück. Die US-Anwaltskanzlei Jones Day wurde beauftragt, die Hintergründe der Dieselaffäre bei Audi zu ermitteln.

Porsche tritt derweil die Flucht nach vorn an. Der Aufsichtsrat gab gestern grünes Licht für den Bau eines E-Autos und damit verbundenen Investitionen von 700 Mio. EUR in Zuffenhausen. In dem Werk sollen mehr als 1000 Arbeitsplätze entstehen, eine Lackiererei und eine Montagehalle gebaut und das bestehende Motorenwerk erweitert werden.

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05.12.2015, 08:30 Uhr
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