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US-Forscher: Ferien sind Ehe-Killer

Im August und im März steigt die Scheidungsrate – Keine Monatsstatistik in Deutschland

Gemeinsame Ferien können Paaren zusetzen. Bringen sie manchmal sogar die letzte Gewissheit, dass man sich trennen will? Zumindest in den USA.

22.08.2016
  • DPA

Seattle. US-Ehepaare trennen sich häufig nach den Sommer- und Winterferien. Viele reichen ihre Scheidungsklagen im März und August ein, wie Soziologen der University of Washington in Seattle auf einer Fachtagung berichten.

Nach Ansicht der Forscher um Julie Brines sind die Sommer- und Winterferien emotional besonders aufgeladen und stressig. Das kann dazu führen, dass hohe Erwartungen enttäuscht und Brüche in den Beziehungen deutlich werden. Die meisten Hochzeiten finden in den USA übrigens im Juni und September statt.

Die Forscher haben zunächst die Scheidungszahlen von 2011 bis 2015 im Bundesstaat Washington untersucht. Brines: „Das Muster war Jahr für Jahr beständig und fand sich in allen Bezirken.“ Anschließend untersuchten sie die Scheidungen pro Monat in Ohio, Minnesota, Florida und Arizona – Staaten mit ähnlichen Scheidungsgesetzen, aber anderen ökonomischen Bedingungen. „Auch hier ist das Muster mehr oder weniger das gleiche.“

Die Forscher erklären den deutlichen Anstieg im März und August so: Viele Menschen hätten hohe Erwartungen an die Weihnachtszeit oder die langen Sommerferien im Kreis ihrer Lieben. Paare mit Problemen hoffen, dass diese Zeit ihre Beziehung rettet. Stattdessen sei oft das Gegenteil der Fall.

Dabei sind Trennungen in den Winter- und Sommerferien selbst für viele Menschen tabu, weil sie „heilige Familienzeit“ seien, sagte Brines. „Das sind symbolisch sehr aufgeladene Momente unserer Kultur.“ Die Scheidungen werden dann nach dem Familien-Sommerurlaub und vor dem US-Schulstart Anfang September eingereicht, berichtet Brines. Nach der Weihnachtspause brauche es wohl etwas länger, bevor mit dem Frühling die Tatkraft zurückkehre, den Entschluss umzusetzen.

In bestimmten Bezirken mancher Bundesstaaten sind Scheidungen besonders unkompliziert, per Email und ganz ohne Gang vor den Scheidungsrichter – so auch in Teilen des Bundesstaats Washington. Doch auch dort zeigten sich März und August als Scheidungs-Hochzeit. In den USA werden zwischen 40 und 50 Prozent der Ehen geschieden. 2014 lag die Quote bei 3,2 von 1000 Einwohnern.

In Deutschland ist die Scheidungsrate in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls auf etwa 45 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt geht eine Ehe nach knapp 15 Jahren auseinander.

Ob es saisonale Scheidungs-Hochs gibt, lässt sich nicht mit Zahlen bestätigen. Scheidungen werden nur pro Jahr, aber nicht pro Monat statistisch erfasst. Die langjährige Berliner Familienanwältin und Hochschuldozentin Anette Grüning (FU Berlin): „Wir haben über das gesamte Jahr verteilt mit Scheidungen zu tun.“

Der Psychologe Philipp Herzberg von der Universität der Bundeswehr in Hamburg ist von den US-Befunden jedoch nicht überrascht: Er empfiehlt, die Erwartungen an einen Urlaub so oder so nicht zu hoch zu schrauben. Und: „Kommunikation ist in der Partnerschaft alles.“

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22.08.2016, 06:00 Uhr
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