Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Geschichte

Im Alter schön und teuer

In deutschen Häfen liegen historische Segel- und Dampfschiffe aus heimischen Werften und bereiten den Städten Sorgen und Kosten.

21.10.2019

Von DPA

Das Segelschiff „Peking“ liegt vor dem Ausdocken in der Werft in Hamburg. Foto: Carsten Rehder/dpa

Emden/Rostock. Ein Schiff ist im Hafen sicher, aber dafür wurde es nicht gebaut“, lautet ein Sprichwort. Schiffe in Fahrt zu halten, ist jedoch teuer. Und selbst Museumsschiffe, die nur im Hafen liegen, verursachen hohe Kosten. Einige Beispiele von Nord- und Ostsee:

„Seute Deern“ Die 100 Jahre alteBark gilt als Wahrzeichen Bremerhavens. Der Viermast-Gaffelschoner war einst im Holztransport eingesetzt und liegt schwer angeschlagen im Museumshafen. Im Februar setzte dem Schiff ein Feuer zu, am 30. September sackte es auf den Grund des Hafens ab. Es musste geborgen werden. Seitdem laufen die Pumpen und befördern täglich 4800 Kubikmeter Wasser aus dem Schiff.

Am 23. Oktober will der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) über seine Zukunft entscheiden. 2018 hatte der Bund 17 Millionen Euro zur Restaurierung zugesagt, falls die Stadt Bremerhaven und das Bremen Land den gleichen Betrag beisteuern. Die Zukunft der „Seute Deern“ (plattdeutsch für süßes Mädchen) ist also mehr als ungewiss.

  

„Kapitän Meyer“ Der ehemalige Dampftonnenleger war 1950 das erste neugebaute staatliche Schiff in der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland. 1952 war es an der historischen Übergabe Helgolands von den Alliierten beteiligt und fuhr bis 1983 Einsätze als Wartungsschiff für Feuerschiffe und schwimmende Seezeichen.

Inzwischen ist das Museumsschiff nicht mehr in Fahrt, eine Sanierung und die Einbindung ins Wilhelmshavener Küstenmuseum würden mehr als 2,3 Millionen Euro kosten. Der Rat der Stadt hat den Plan wegen kaum abschätzbarer Folgekosten soeben abgelehnt. Die Zukunft auch dieses Schiffes ist damit offen.

     

„Amrumbank“ Das frühere Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ liegt seit Jahren am Emder Ratsdelft. Das 104 Jahre alte Museumsschiff mit Restaurant muss jetzt dringend saniert werden, derzeit läuft die Ausschreibung zur Generalüberholung für rund 4,4 Millionen Euro.

Der neue Verein „Maritimes Kulturgut Deutsche Feuerschiffe“ kümmert sich um die letzten sieben Feuerschiffe in deutschen Häfen von Borkum bis Lübeck, zwei davon sind nicht mehr fahrbereit. Der Verein erwartet rund 10 Millionen Euro Bundesmittel und weitere 10 Millionen an Zuschüssen zur Sanierung aller Schiffe.

„Peking“ Die Viermast-Stahlbark ist 1911 bei Blohm&Voss in Hamburg vom Stapel gelaufen. Sie lag Jahrzehnte als Museumsschiff in New York und war am Ende völlig marode. 2017 wurde die „Peking“ per Schiff über den Atlantik nach Brunsbüttel überführt und bei der Peters-Werft in Wewelsfleth eingedockt.

Seitdem läuft die Restaurierung, die bis 2020 dauern soll. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 35 Millionen Euro, die vom Bund getragen werden. Die „Peking“ soll das Flaggschiff für das deutsche Hafenmuseum werden, das in Hamburg entsteht. Sie wird voraussichtlich im nächsten Sommer erstmals nach Jahrzehnten wieder in Hamburg anlegen.

    

„Undine“ Seit Oktober 2014 liegt der Rumpf des ältesten erhaltenen Seebäderschiffs Deutschlands im Rostocker Stadthafen und rostet still vor sich hin. 1910 war es auf der Rostocker Neptun Werft gebaut worden. „Das Schiff soll restauriert und bei der alten Neptun Werft an Land gestellt werden“, sagte der frühere Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Dazu soll das Deck umgebaut werden, damit das Schiff später als eine Art Museum dienen kann. „Mit einer Million Euro muss man schon rechnen“, sagt Ruhnke. dpa

Die "Undine", das älteste erhaltene Seebäderschiff Deutschlands, liegt seit 2014 in Rostock im Stadthafen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Das Museumsschiff Cap San Diego (r) fährt bei der Einlaufparade des Hafengeburtstags in Hamburg auf der Elbe. Foto: Bodo Marks/dpa

Zum Artikel

Erstellt:
21. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+