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Ideen für die Mobilität der Zukunft
Elf Gruppen beteiligten sich am Hackathon. Foto: Ferdinando Iannone
Wettbewerb

Ideen für die Mobilität der Zukunft

Mit einem sogenannten Hackathon beschreitet das Verkehrsministerium neue Wege.

23.04.2018
  • JÜRGEN SCHMIDT

Stuttgart. Mark Kirn und Tobias Häcker haben sich erst am Freitag kennengelernt. Eineinhalb Tage lang arbeiten der Volkswirtschaftsstudent aus Mannheim und der Medieninformatiker von der Uni Freiburg danach gemeinsam an einem Konzept, das Bahnfahren für Kunden einfacher machen soll. Ergebnis ist folgende Idee: Ultraschall-Codes sollen Kunden jene Informationen aufs Smartphone liefern, die die Bahn heute per Lautsprecherdurchsage verbreitet. So könnten Fahrgäste etwa vorab erfahren, wo sich ihr Abteil befindet oder wann sie aussteigen müssen. Außerdem könnte ein digitales Bezahlsystem ohne zusätzliche technische Infrastruktur aufgebaut werden, erklärt Mark Kirn.

Die beiden jungen Männer waren Teilnehmer des sogenannten Digital Mobility Hack, den das Verkehrsministerium am Wochenende veranstaltete. Elf Gruppen mit zwei bis sechs Teilnehmern beteiligten sich an der Aktion, mit der das Ministerium Neuland betritt, wie Minister Winfried Hermann (Grüne) sagte. Hackathons – als eine Form der zeitlich begrenzten Zusammenarbeit – sind in der Programmierer-Szene zwar weit verbreitet, bislang aber nicht in der öffentlichen Verwaltung. Im Rahmen der „Ideenschmiede digitale Mobilität“ will das Ministerium andere Wege testen, um wirklich neue Anregungen für die Weiterentwicklung der Mobilität zu bekommen. Es sei im Verkehrsbereich ein Problem, dass viele immer in die gleiche Richtung denken würden, so Hermann.

Vier Stipendien vergeben

Bei den Teilnehmern des Digital Mobility Hack war das offenbar nicht der Fall. Das lag wohl auch an der Mischung. Neben Schülern und Studenten waren auch Berufserfahrene dabei. Keineswegs alle waren Informatiker, sondern kamen auch aus den Wirtschaftswissenschaften oder dem Desginbereich. Der Minister zeigte sich von den Ideen und deren Umsetzung in der knappen Zeit ebenso beeindruckt wie die Jury. Die vergab für die vier erfolgversprechendsten Ideen Mobilitätsstipendien des Landes. Mit bis zu 15 000 Euro Unterstützung können die Gruppen ihr Projekt nun weiterentwickeln, möglichst bis zur Marktreife.

Neben den Ultraschall-Informationssystem, das Mark Kirn und Tobias Häcker entwickelt haben, gab es Stipendien für einen digitalen Reiseassistenten für die Fahrt zum Flughafen, ein modulares Konzept, dass Bikesharing vereinfachen soll, und für Mitfahr-BW. Das Portal soll Daten von Mitfahr-Diensten mit ÖPNV-Daten in einem Routenplaner zusammenbringen, um mehr Leute zum gemeinsamen Fahren zu bewegen. Jürgen Schmidt

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23.04.2018, 06:00 Uhr
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