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„Ich will ein Star werden“
Fühlt sich auf der Bühne wohl: Salomo Manay. Foto: Stage/Jan Potente
Musical

„Ich will ein Star werden“

Salomo Manay spielt in „Bodyguard“ seine erste Rolle. Der Schüler ist auf den Geschmack gekommen.

21.07.2018
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Auf die Idee, Musicaldarsteller zu werden, ist Salomo Manay nicht selbst gekommen. Seine Mutter meldete ihn zum Casting an. Einfach so, wie sie sagt. Ohne zu wissen, ob ihr Sohn überhaupt für die Bühne gemacht ist. Denn eigentlich ist der Neunjährige eher schüchtern. Und Theater hatte er zuvor höchstens in der Schule gespielt. Athletisch sei er aber. „Und er kann gut auswendig lernen“, sagt Sunita Manay. Ein Naturtalent scheint Salomo obendrein zu sein: Jedenfalls setzte er sich beim Casting gegen mehr als 60 andere Jungs durch.

Drei bis vier Mal im Monat steht Salomo jetzt im Palladium-Theater in Stuttgart-Möhringen auf der Bühne. Er verkörpert im Musical „Bodyguard“ den Fletcher, den Sohn von Pop-Diva Rachel Marron, die im Film-Vorbild von Whitney Houston gespielt wurde. Den Job teilt er sich mit 13 anderen Jungen. Kinderdarsteller dürfen pro Jahr nicht öfter als 30 Mal auftreten, also wird durchgewechselt. Konkurrenz untereinander gebe es nicht. „Wir sind alle befreundet“, sagt Salomo. Alle werden vor und während der Vorstellung von Mitarbeitern von Stage Entertainment versorgt. „Mein Betreuer ist immer hinter mir.“

Warten auf die nächste Show

Bei der ersten Show sei er noch aufgeregt gewesen, erinnert sich der Grundschüler, der bald aufs Gymnasium wechselt. Mittlerweile beherrsche er die Rolle aber aus dem Effeff, fügt seine Mutter hinzu. Mehr noch: Salomo ist auf den Geschmack gekommen: „Ich will ein Star werden.“

Schauspielern, tanzen, singen – „das macht alles Spaß“, hat der Stuttgarter entdeckt. Das geht so weit, dass er die nächste Vorstellung kaum erwarten kann. „Er fragt immer wieder: Wann ist mein nächster Auftritt?“, erzählt seine Mutter. In neun Szenen ist er zu sehen, das entspricht 36 Minuten und 50 Sekunden. Am liebsten mag er seine lange Tanzszene und die Blockhaus-Szene, in der er gemeinsam mit Protagonistin Rachel und ihrer Schwester Nicki „Jesus Loves Me“ singt. „Das ist so gemütlich.“ Und dann ist da freilich der Applaus am Ende. „Wenn der Goldregen fällt – das ist das Beste“, sagt Salomo.

Von Whitney Houston hatte der Nachwuchs-Darsteller vor seinem Engagement zwar schon gehört, kannte bis auf „I Will Always Love You“ aber keinen Hit. „Wir haben erst mal den Film angeschaut“, erzählt seine Mutter. Heute kann der Junge das Repertoire runterbeten. Doch er ist auch noch Kind. „Er mag Hörspiele“, verrät Sunita Manay.

Im Oktober fällt für „Bodyguard“ im Stuttgarter SI-Centrum der letzte Vorhang. Salomo hofft, dass es danach für ihn irgendwie weitergeht. „Das wäre schön“, sagt auch seine Mutter. Hauptsache sei aber, dass ihr Sohn Spaß habe. „Ich plane keine Karriere für ihn“, betont die 44-Jährige. Das macht Salomo schon selbst: Schauspieler ist jetzt sein Berufswunsch, ein Leben als Bodyguard kann er sich hingegen nicht vorstellen: „Da muss man dauernd damit rechnen, erschossen zu werden.“ Dominique Leibbrand

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21.07.2018, 06:00 Uhr
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