Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Ich sehe den Mann deiner Träume

Ich sehe den Mann deiner Träume

Am Schauplatz London entfaltet Woody Allen einen Star-gespickten Reigen der Beziehungskrisen innerhalb einer Familie.

Jetzt im Kino: Neues von Woody Allen - "Ich sehe den Mann deiner Träume" (2.12.)

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Jetzt im Kino: Neues von Woody Allen - "Ich sehe den Mann deiner Träume" (2.12.) --

01:46 min

You Will Meet a Tall Dark Stranger
USA

Regie: Woody Allen
Mit: Naomi Watts, Josh Brolin, Antonio Banderas, Anthony Hopkins, Gemma Jones

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.11.2010
  • Verleihinfo

Woody Allen hat wieder einen London-Film gedreht. Vielleicht schienen dem 75-jährigen New Yorker die nostalgisch-eleganten Fassaden der besseren Viertel der Themse-Metropole besonders geeignet, um die Brüchigkeit der Lebensentwürfe ihrer Bewohner zu decouvrieren. Die einander spiegelnden Paar-Konstellationen schlingern durch ein Milieu des saturierten Als-Ob.

Wenn Helena (Gemma Jones) die Wahrsagerin Crystal (Pauline Collins) aufsucht, wird das nur besonders offensichtlich. Nachdem sich ihr Ehemann Alfie (Anthony Hopkins hat die klischeebeladenste Rolle des Films) nach 40 Jahren von ihr getrennt hat, ist sie nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Helena finanziert das Leben ihrer Tochter Sally (Naomi Watts) mit, die es eben in eine angesagte Kunstgalerie geschafft hat – um dort als Mädchen für alles zu fungieren. Sich in den Chef (Antonio Banderas) zu verlieben, um sich selbst aufzuwerten, ist eine riskante Strategie, wenn man, wie Sally, allenfalls von außen gesehen einen blendenden Status genießt. Sie arbeitet in einer „Top-Galerie“ und ist mit einem „Top-Schriftsteller“ verheiratet, wie eine Kollegin bilanziert.

Tatsächlich bringt Sallys Mann Roy (Josh Brolin aus „No Country for Old Men“) seit einem ersten Überraschungserfolg keine vernünftige Zeile mehr aufs Papier. Stattdessen schaut er wie James Stewart in Alfred Hitchcocks „Fenster zum Hof“ hinüber zur Nachbarwohnung, wo sich eine attraktive Musikerin (Freida Pinto) betätigt. Was sich Roys Blick darbietet, ist allerdings nicht vieldeutig wie bei Hitchcock, sondern mündet in eine erwartbare erotische Phantasie.

Die Probleme beginnen, weil die Figuren ihre Begehrlichkeiten nicht für sich behalten, sondern verwirklicht sehen wollen. Sie gehen einander mit ihren Obsessionen auf die Nerven. Helena piesackt Tochter und Schwiegersohn mit vernichtenden Sprüchen der Wahrsagerin. Allerdings erreicht gerade diese alternde Lady mit der beinahe hysterischen Angst vor der Einsamkeit eine Phase, in der unklar bleibt, ob sie die Kristallkugeltante nur vorschiebt, um endlich die eigenen Interessen durchzusetzen. Alfie rinnt das Geld durch die Finger, nachdem der erste Viagra-Taumel mit Callgirl Charmaine (Lucy Punch) verflogen ist.

„Illusionen wirken besser als Tabletten“, hält Sally ihrem Mann vor, als der wieder einmal schäumt, als Helena sich erneut von den Weisheiten der Wahrsagerin einfangen lassen hat. Wer das Realitätsprinzip konsequent ausblendet, wird im Desaster enden. Deshalb ist „You Will Meet a Tall Dark Stranger“ (so der Originaltitel) ein eher pessimistisches Spätwerk des großen Komikers Woody Allen. Die Figuren sind, ob jung oder alt, attraktiv oder wiedererkennbar durchschnittlich, allesamt Überflüssige. Sympathisch ist keiner – worin sich der misanthropische Zug dieses Kenners der comédie humaine zeigen mag (ab 0).

Zeigt den fiesen Schimmer der Vergeblichkeit, die auch bessergestellte Überflüssige befällt.

dhe

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2010, 12:00 Uhr | geändert: 04.04.2012, 12:00 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
15.01.2011

12:00 Uhr

Renfield schrieb:

Hmm,stimmt so nicht. Habe den Film im Original gesehen: Es wird auf eine wunderbar süffisante und gut gespielte Art von der Unmöglichkeit erzählt, Träume heutzutage noch verwirklichen zu können.
Alle Protagonistend des Films streben nach Höherem ohne Rücksicht auf andere (Egoismus, sprich "Selbstverantwortlichkeit" hat sich ja mittlerweile gesellschaftlich etabliert und gilt als Stärke) und fallen dennoch gewaltig auf die Schnauze.
Herrlich anzusehen. Kein wirklich "komischer" Film, dafür eine fiese intelligente Satire.



22.12.2010

12:00 Uhr

Foebe Caulfield schrieb:

Langweilig, unerotisch und banal. Kein Lachen im Kino, vielleicht 2 Schmunzler, Einsichten über Selbstbetrug und den Betrug an den anderen werden so offensichtlich gezeigt, dass man rausgeht und sich sicher ist:Liebe gibt es nicht. Das sympathische Interview von Dieter Oswald mit W.Allen im Tagblatt ist zehn mal berührender als diese Schlaftablette von Film.



 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular