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„Ich möchte den Menschen mit meiner Erfahrung helfen“
Seit knapp einem Jahr ist Cacau (36) als Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bunds im Einsatz. Foto: dpa
Fußball

„Ich möchte den Menschen mit meiner Erfahrung helfen“

Cacau, der frühere Nationalspieler und Meisterstürmer des VfB Stuttgart, setzt als Integrationsbeauftragter des DFB abseits des Rasens frische Akzente.

19.09.2017
  • WINFRIED VOGLER

Neu-Ulm. Der frühere Nationalspieler Claudemir Jeronimo Barreto, genannt Cacau, war für den DFB als Integrationsbeauftragter beim Vier-Nationen-Cup der Futsaler in Neu-Ulm im Einsatz. Im Interview spricht der gebürtige Brasilianer mit deutschem Pass, der 26 Mal für die DFB-Auswahl spielte, über seine Aufgabe im Verband, die Erfahrungen als Zuwanderer und seine Zukunftspläne.

Seit November letzten Jahres sind Sie Integrationsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Wie fällt die bisherige Bilanz aus?

Cacau: Ich habe schnell gesehen, dass Fußball gut dazu geeignet ist, Menschen zu integrieren. Man kann auch mit unterschiedlicher Sprache zusammen Fußball spielen. Es spielt keine Rolle, woher man kommt, welche Hautfarbe und Kultur man hat. Fußball wird der Verantwortung gerecht, das war mir als Profi nicht so bewusst.

Welche Ziele haben Sie sich für die Aufgabe gesetzt?

Es muss selbstverständlich sein, mit unterschiedlichen Kulturen zusammenzuleben. Es ist wichtig, das auszubauen. Die Menschen, die sich engagieren, möchte ich noch mehr stärken und neue Ehrenamtliche dazu gewinnen.

Was genau sind Ihre Aufgaben als Integrationsbeauftragter?

Ich möchte den Menschen mit meiner Erfahrung helfen, die ich als Einwanderer, Bundesliga-Profi und Nationalspieler in den vergangenen Jahren gesammelt habe. Ich ziehe ganz bestimmt nicht als Besserwisser durch die Lande, sondern versuche, Menschen miteinander zu verbinden.

Sie sind hier beim Futsal also in offizieller Mission unterwegs?

Ja, ich möchte die Gelegenheit nutzen, unsere Arbeit bekannt zu machen. Die Menschen für dieses Thema und ihre gesellschaftliche Verantwortung sensibilisieren. Auch beim Futsal, das ich früher selbst gespielt habe, kann man diese Möglichkeit gut nutzen.

Welche Chancen haben die Vereine in diesem Prozess?

Über den Fußball kann man Werte vermitteln, die für unsere Gesellschaft wichtig sind. Wenn das den Vereinen bewusst ist und sie sich dafür engagieren und öffnen, dann kann man im Fußball viel schaffen, was man durch Politik und andere Bereiche nicht erreicht. Der Fußball ist dafür prädestiniert. Es ist nicht die Frage ob, sondern wie man die Vereine bei diesen Fragen unterstützt. Man darf Fußballvereine nicht überfordern. Aber man kann ihnen helfen, Rahmenbedingungen zu schaffen, um sie bei der Integration zu unterstützen.

Sie durchleben gerade selbst einen Integrationsprozess: vom Fußballprofi in einen normalen Alltag.

Das ist eine ganz andere Integration, die noch eine Weile andauert. Es ist keine einfache Zeit, man muss sich einfinden, muss auch was ausprobieren. Ich bin froh, diese Erfahrungen machen zu dürfen und denke, dass ich gut in das Leben integriert werde.

Neben Ihrer Aufgabe beim DFB studieren Sie Sportmanagement. Werden wir Sie als Manager im Profifußball wiedersehen?

(lacht) Haben Sie ein Angebot für mich? Diese Woche habe ich Prüfung. 15 Jahre Erfahrung im Profifußball ist viel Wert. Aber für mich ist es auch wichtig, sich jetzt in der Theorie vorzubereiten.

Sie leben mit Ihrer Familie im Raum Stuttgart. Welche Verbindungen gibt es noch zum VfB?

Ich habe viele Kontakte. Trotz der Turbulenzen in den vergangenen Jahren scheint der Verein jetzt auf einem guten Weg zu sein. Wenn der VfB in dieser Saison in der Bundesliga drin bleibt, ist die Perspektive für die nächsten Jahre sehr gut. Es ist wichtig, dass der Verein sich stabilisiert und nicht schon von ganz Großem träumt.

Könnten sie sich den Einstieg in das Management des VfB vorstellen?

Es gibt nichts Konkretes, aber ich könnte mir das gut vorstellen.

Ihr Spitzname ist Helmut – wo haben Sie den eigentlich her?

Als ich im Jahr 2009 meinen deutschen Pass bekam, haben die Mitspieler gesagt: Jetzt brauchst du auch einen deutschen Namen. Der lustigste, der ihnen dann eingefallen ist, war Helmut. Das ist bis heute so geblieben.

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19.09.2017, 06:00 Uhr
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