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Fernsehen

„Ich liebe es, in der Natur zu sein“

Paula Kalenberg spielt in der neuen TV-Reihe „St. Josef am Berg“ die zielstrebige Svea Classen. Die 31-Jährige spricht über ihren Dreh mit einem Bären und ihre Rolle.

16.02.2018

Von TINA LISCHKA

Die 31-jährige Paula Kalenberg spielt in „St. Josef am Berg“ die selbstbewusste Svea Classen. Foto: imago/ Andre Poling Foto: imago/Andre Poling

Berlin. Zwei Welten prallen in der ARD-Reihe „St. Josef am Berg“ aufeinander: Die Hanseatin Svea Classen (Paula Kalenberg), die sich nur ungern auf ein Leben in dem österreichischen Bergdorf einlässt, gerät mit dem dortigen Bürgermeister, ihrem intriganten Schwiegervater Joseph Pirnegger (Harald Krassnitzer), aneinander. Als Svea selbst Bürgermeisterin des Nachbarortes wird, bekommt er eine Widersacherin.

Sie spielen eine Bürgermeisterin, die versucht, sich gegen ihren intriganten Schwiegervater durchzusetzen. Wäre das ein Job für Sie?

Paula Kalenberg: Ich liebe Herausforderungen. Ich würde sogar behaupten, dass ich in meinem Leben immer wieder ein Stück weit bewusst die Überforderung gesucht habe, um daran zu wachsen. Stillstand und Oberflächlichkeit machen mich unzufrieden. Ich denke, darin ähnle ich der Figur Svea. Ich war mir auch noch nie zu schade, mich zu positionieren, wenn ich Ungerechtigkeit gewittert habe. Aber in diesem speziellen Fall hätte ich, glaube ich, nicht das Durchhaltevermögen, immerzu das Gute in dem Stinkstiefel Joseph zu sehen.

Sie waren schon in vielen Dramen und Komödien zu sehen. Welche Rollen spielen Sie am liebsten?

Eine „Rolle“ wird niemals nur von mir als Schauspielerin alleine kreiert. Film ist immer bis ins letzte Detail Teamarbeit. Am liebsten und auch am besten spiele ich, wenn ich eine starke Allianz mit der Regie eingehen kann, ich mit Kollegen arbeiten darf, die mich inspirieren, und es jemanden hinter der Kamera gibt, der das gekonnt einfängt. Ob Komödie oder Drama, ist mir da ehrlich gesagt völlig egal.

Gibt es etwas, das Ihnen beim Schauspielern schwer fällt?

Nicht selten sind es die äußeren Umstände, die einem das Spielen schwer machen. Der enorme Zeitdruck, unter dem man beim Filmemachen arbeitet, unberechenbare Wetterbedingungen, und manchmal können es ganz einfach die eigenen Versagensängste sein, die einem für ein freies Spiel im Weg stehen.

Wie kommt man überhaupt zur Schauspielerei? War das schon immer Ihr Wunsch?

Ja, Ich wusste ziemlich früh, dass ich Schauspielerin werden wollte. Mit 14 Jahren bin ich einem Radioaufruf gefolgt, und keine drei Wochen später hatte ich meine erste Rolle in einem Krimi, den wir in Prag gedreht haben. Das ging alles wahnsinnig schnell und ist jetzt schon ganze 17?Jahre her. Auch wenn es Jahre gab, in denen ich Zweifel hatte, ob das Geschäft überhaupt noch etwas für mich ist, liebe ich die Schauspielerei heute mehr denn je.

Wie war es, mit Harald Krassnitzer zu arbeiten?

Herrlich inspirierend. Ich liebe es, mit Kollegen zusammenzuarbeiten, die offensichtlich mit Leidenschaft bei der Sache sind.

Gibt es einen Schauspieler, mit dem Sie unbedingt mal vor der Kamera stehen wollen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich immer dann enttäuscht wurde, wenn ich zu hohe Erwartungen an berühmte Kollegen hatte. Große Schauspieler sind nicht selten eine menschliche Katastrophe. Ganz anders Sebastian Wendelin, der meinen Ehemann spielt. Ich kannte ihn vorher gar nicht, und tagtäglich hat er mich überrascht und begeistert mit seinem beweglichen, lustigen Spiel. Ich gehe davon aus, dass es den Zuschauern ähnlich mit ihm gehen wird.

Sie leben in der Großstadt Berlin. Könnten Sie sich vorstellen, wie Svea aufs Land zu ziehen?

Ich liebe es, in der Natur unterwegs zu sein. Und stelle mir so gut wie jedes Mal selbst die Frage, ob ich nicht lieber auf dem Land leben möchte. Aber noch hält mich einiges in der Stadt. Allem voran natürlich meine Freunde, ohne die mein Leben sehr trostlos wäre.

Sie haben eine Szene mit einem Braunbären gedreht. Das dürfte für Aufregung gesorgt haben, oder?

Aber Hallo! So ein Bär sieht ja naturgemäß eher kuschelig, tapsig und harmlos aus, man vergisst dabei schnell, wie gefährlich so ein Tier werden kann. Unser Bär kam aus der Slowakei und hieß Brummi, und obwohl er wirklich sehr pflegeleicht und ruhig war, hat es mich umgehauen, ihm so nah gegenüberzustehen und ihm tief in die Augen zu blicken.

Klingt nach Spannung. Erwartet die Zuschauer also kein klassischer Heimatfilm?

Lars Montags Film „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ hat mich sehr beeindruckt. Deswegen habe ich mich wahnsinnig auf die Arbeit mit ihm gefreut. Er und sein Autor Dirk Kämper haben einen sehr interessanten „Unterhaltungszwitter“ kreiert, der nicht richtig zu greifen ist. Obwohl die bombastischen Naturaufnahmen alleine schon einen großen Unterhaltungswert haben, lag uns viel daran, komplexe Figuren zu zeichnen. Schließlich ging es um sehr existentielle Themen: Familie, Liebe, Lebensplanung. Wie erstaunlich tief das ging und wie sehr wir Schauspieler dadurch gefordert waren, uns selber in dieser Geschichte zu positionieren, hat mich positiv überrascht. Man hätte es auch sehr viel plakativer inszenieren können.

Glauben Sie, dass Heimatfilme auch etwas für jüngere Menschen sind?

Da kann ich nicht allgemein sprechen. Ich glaube aber, dass bei unserer Interpretation des klassischen Heimatfilms für alle etwas dabei ist.

Info Die vorerst auf zwei Folgen angelegte Reihe „St. Josef am Berg“ in der ARD beginnt heute um 20.15 Uhr. Der zweite Teil folgt am darauffolgenden Freitag.

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Erstellt:
16. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2018, 06:00 Uhr

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