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Basketball

„Ich lese nicht schnell, aber gerne“

Dirk Nowitzki hat in seiner aktiven Karriere einen Buchclub bei den Dallas Mavericks gegründet. Nach dem Abschied aus der NBA liegt sein Fokus auf Reisen mit der Familie.

19.10.2019

Von DPA

Dirk Nowitzki nimmt gerne mal ein Buch in die Hand. Dafür hat er nach dem Karriereende noch mehr Zeit. Foto: Silas Stein/dpa

Dirk Nowitzki ist ganz gelassen. Vor sechs Monaten beendete der Basketball-Superstar seine Ausnahme-Karriere. Am Rande der Frankfurter Buchmesse stellte der gebürtige Würzburger nun seine Biografie „The Great Nowitzki“ vor. Im Interview spricht der 41-Jährige über seinen emotionalen Abschied, Zukunftspläne und Literatur. Und er erklärt, warum seine Kinder ein Football-Verbot haben.

Am Dienstag startet die neue NBA-Saison, Sie sind erstmals nach 21 Jahren nicht dabei. Werden Sie möglichst viele Spiele anschauen oder nehmen Sie jetzt bewusst etwas Abstand?

Dirk Nowitzki: So ein bisschen beides. Ich will etwas Abstand gewinnen, aber ich kann ja nicht von heute auf morgen sagen, das interessiert mich nicht mehr. Ich habe teilweise Freunde in der Führungsetage, in der Mannschaft oder im Staff. Ich werde immer mit Herzblut dabei sein, aber ich werde nicht zu jedem Spiel rennen.

Was werden Sie dann machen?

Eigentlich ist schon geplant zu reisen, damit ich nicht nur in Dallas vor dem Fernseher sitze und sage: Ich vermisse das und wäre jetzt gerne in der Halle. Ich will aktiv bleiben und Sachen mit den Kids erleben.

Im Buch heißt es: Ein Sportler stirbt zweimal, am Ende der Karriere und am Lebensende. Wie schmerzvoll war der Abschied für Sie?

Es hat sich schon Wochen vorher abgezeichnet, dass es nicht mehr geht, dass der Körper nicht mehr mitspielt. Mit Schmerzen zu trainieren und zu spielen, hat mir den Spaß genommen. In dem Bewusstsein, dass es das jetzt war für mich, waren die letzten Wochen sehr extrem und emotional. Ich habe alles versucht real wahrzunehmen, weil ich wusste, ich werde es irgendwann vermissen.

Sie haben in der Mannschaft einen Buchclub gegründet. Was bedeutet Ihnen Literatur?

In der Schule wird einem der Spaß am Lesen ein bisschen ausgetrieben. Mein Mentor Holger Geschwindner hat dann versucht – ohne dass ich das wirklich gecheckt habe – dass ich was lerne, dass ich mir die Liebe am Lesen wieder hole. An Weihnachten und am Geburtstag gab es von ihm immer Bücher, um mich anzustoßen, über dieses und jenes nachzudenken. Mittlerweile lese ich sehr gerne, auch wenn ich kein schneller Leser bin. Und mit 20 hätte ich natürlich nie gedacht, dass ich mal einen Buchclub in der Mannschaft haben werde. Aber wir kamen mit ein paar Kollegen auf die Idee: Es wäre doch witzig, wenn wir alle mal das gleiche Buch lesen und uns zum Beispiel im Flieger darüber unterhalten.

Sie haben als Basketballer alles erreicht, gibt es dennoch rückblickend Entscheidungen, die Sie bereuen?

Ich hätte natürlich gerne noch eine Meisterschaft gewonnen oder besser abgeschnitten bei Olympia in Peking. Oder in den Playoffs besser gespielt oder ich habe die 2006er-Finals ungern verloren. Aber hätte ich 2006 die Meisterschaft gewonnen, weiß ich nicht, ob ich danach noch den Biss gehabt hätte. Letztendlich haben mir die ganzen Enttäuschungen, die ich durchgemacht habe, geholfen, 2011 zu gewinnen. Sie haben mich dort hingetrieben, mich motiviert und immer wieder inspiriert.

Wer sind Ihre Vorbilder außerhalb des Basketballs?

Früher war ich ein riesiger Tennisfan. Ich bin sogar zum Friseur gelaufen und habe gesagt: Ich will die Haare wie Boris Becker. Aber sie haben sie nicht rotgefärbt (lacht). Zumindest bin ich da weg und habe gedacht, ich bin jetzt Boris Becker.

Wenn Ihre Kinder Basketball-Profis werden wollen, würden Sie das unterstützen?

Ja. Das einzige was sie nicht machen dürfen, wäre American Football. Da habe ich Respekt, was da los ist mit Kopfverletzungen. Alles andere mache ich so, wie meine Eltern, die haben mich auch bei allem unterstützt. Meine Tochter macht Ballett, also fahren wir sie zum Ballett. Aber es gilt auch: Wenn du dich für etwas entscheidest, dann mach das gescheit. Nicht alles ein bisschen und nichts richtig. Jenny Tobien

Dirk Nowitzki mit Autor Thomas Pletzinger. Foto: Silas Stein/dpa

Das Buch wurde „The Great Nowitzki“ wurde vom deutschen Autor Thomas Pletzinger verfasst. Foto: Silas Stein/dpa

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Erstellt:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. Oktober 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2019, 06:00 Uhr

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