Prominente

„Ich hab da mal was vorbereitet"

Jean Pütz, der TV-Moderator und große Erklärer komplexer Zusammenhänge, wird 85 Jahre alt.

21.09.2021

Von AFP

Durchbruch mit der „Hobbythek“: Jean Pütz. Foto: Oliver Berg

Köln. „Ich hab da mal was vorbereitet“: Erklang dieser Satz im Fernsehen, waren Jean Pütz und sein Zwirbelbart nicht weit. In der „Hobbythek“ bastelte und tüftelte sich der stets gut aufgelegte Kölner Moderator ab den 1970er Jahren in die Herzen der Deutschen. Jetzt feiert einer der begabtesten Erklärer der Nation seinen 85. Geburtstag.

Seine Leidenschaft für Chemie, Physik und Technik entdeckte Pütz lange vor seinem Moderationstalent. Der am 21. September 1936 geborene Sohn einer Luxemburgerin und eines Deutschen begann sein Arbeitsleben als Elektromechaniker und arbeitete nach der Ausbildung einige zeitlang in einem Eisenhüttenwerk.

Danach studierte er erst Nachrichtentechnik und schließlich Physik, Mathematik und Chemie auf Lehramt an der Kölner Universität. Zum Wissenschaftsjournalismus fand der gebürtige Kölner ab 1970 beim Westdeutschen Rundfunk (WDR), für den er auch die Redaktion Naturwissenschaft und Technik aufbaute.

Der Durchbruch gelang Pütz mit der „Hobbythek“, die 1974 erstmals ausgestrahlt wurde. Tüftlern und Bastlern zeigte Pütz in der Sendung etwa, wie man Käse macht, Bier braut oder im heimischen Wohnzimmer Kosmetik herstellt. Der neue Ansatz telegener Wissensvermittlung erwies sich als Erfolgsrezept, das der Sendung Einschaltquoten von bis zu 15 Prozent einbrachte.

Bis zu 150 000 Zuschauer forderten pro Sendung die sogenannten Hobbytipps an. Hunderte Geschäfte vertrieben Zutaten und Zubehör, um Pütz‘ Bastel- und Tüftelideen umzusetzen oder verkauften gleich die fertigen Produkte. Entsprechende Begleitbücher zur „Hobbythek“ verkauften sich so gut, dass der Wissenschaftsjournalist zu einem der erfolgreichsten deutschen Buchautoren aufstieg. Zudem produzierte er zahlreiche Wissenschaftssendungen.

Im Oktober 2001 begab sich Pütz offiziell in Pension, moderierte und erklärte allerdings weiter im deutschen Fernsehen. Für seinen eigenen Grabstein hat er einen QR-Code entworfen. Zum Abschied wolle er den Menschen sagen: „Dankeschön, es war ein wunderbares Leben“. dpa

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Erstellt:
21. September 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. September 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. September 2021, 06:00 Uhr

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