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„Ich genieße jede Minute“
Laura Siegemund kann mittlerweile sehr gut mit Druck-Situationen umgehen. Foto: dpa
Laura Siegemund aus Metzingen steht im Tennis-Viertelfinale

„Ich genieße jede Minute“

Vor einem Jahr hat Laura Siegemund noch keine Gedanken an eine Teilnahme in Rio verschwendet, nun hat sie die Chance auf das Halbfinale.

10.08.2016
  • DPA/SID

Rio de Janeiro. Für Olympia-Debütantin Laura Siegemund geht die märchenhafte Reise am Zuckerhut weiter. Die Diplom-Psychologin aus Metzingen bestand beim 6:4, 6:3 in 1:32 Stunden gegen Kirsten Flipkens (Belgien) ihren ganz persönlichen Stresstest und steht völlig überraschend im Viertelfinale des olympischen Tennisturniers in Rio de Janeiro. Die Weltranglisten-32. Siegemund zeigte keine Nerven und wurde ihrer Favoritenrolle gegen Flipkens (WTA-61.) gerecht. Nach einer starken Vorstellung auf Außencourt 4 reckte die Schwäbin nach dem ersten Matchball die Siegerfaust in den blauen Himmel und ließ sich von den deutschen Fans feiern.

Siegemund hat nun sogar große Chancen auf das Halbfinale: Die nächste Gegnerin ist heute überraschend Monica Puig. Die Weltranglisten-34. aus Puerto Rico schaltete French-Open-Siegerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 3) mit 6:1, 6:1 aus.

In einem unterhaltsamen Spiel suchte Siegemund immer wieder den Weg ans Netz und wurde für ihren Mut belohnt. Flipkens war eigentlich gut in Fahrt, sie hatte in der ersten Runde Sydney-Olympiasiegerin Venus Williams (USA) ausgeschaltet.

Siegemund und Olympia – es ist eine späte Liebe. Aber eine, die Feuer hat. „Wenn mir vor einiger Zeit jemand gesagt hätte, dass ich hier in Rio dabei bin, hätte ich es ihm nicht abgenommen. Ich hatte das nicht auf dem Schirm“, gesteht Siegemund. Aber sie weiß, dass sie hierher gehört, in den olympischen Kreis der Besten: „Das ist schon ein Traum. Ich genieße jede Minute.“

Siegemund, die als Teenager schon als neue Steffi Graf bezeichnet wurde, will so viel wie möglich mitnehmen von ihrem Olympia-Abenteuer. In jeder Beziehung. Nach ihrem Achtelfinaleinzug brachte sie einen norwegischen Volunteer in der Interview-Zone mit ihrem Charme dazu, ihr seine begehrte kleine Umhängetasche mit Rio-Logo zu überlassen. Auf den Kommentar, die bronzene Farbe des Beutels sei doch ein gutes Omen, meinte Siegemund mit einem Augenzwinkern: „Könnte auch Gold sein.“

Die 28-Jährige wirkt richtig heißhungrig auf mehr Tennis. Pfiffig plaudert sie bei ihren Auftritten im Olympic Tennis Centre drauf los wie Andrea Petkovic, nur kennen sie nicht so viele. Die Emotionen der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion haben ihr die erhoffte Lockerheit gebracht. Mit offenen Augen geht die lebensfrohe Frau mit den blonden Locken in diesen Tagen durch das Olympische Dorf. Die Atmosphäre in der riesigen Mensa gefällt Siegemund allerdings nicht: „Das ist nix fürs Auge, schade eigentlich.“

Vor vier Jahren hatte Siegemund ihre Karriere beendet, begann ein Studium und machte ihren A-Trainerschein. Doch irgendwie „stolperte“ sie zurück auf die Tour. Parallel schrieb die Schwäbin ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Versagen unter Druck“. Das Erlernte hilft Siegemund, die auf dem Platz eine ungeheure Präsenz ausstrahlt. „Mittlerweile habe ich eine gute Art, mit dem Druck klarzukommen.“

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10.08.2016, 06:00 Uhr
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