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Ruby O. Fee fasziniert als Heilkundige in "Das Geheimnis der Hebamme"

"Ich bin eine Träumerin"

Sie gilt als ein Komet am Himmel des deutschen Films: Die 20-jährige Ruby O. Fee spielte bereits Hauptrollen in zwei "Tatorten". Am Karfreitag ist sie in dem Historienfilm "Das Geheimnis der Hebamme" zu sehen.

24.03.2016
  • CHRISTIAN NICK

Frau Fee, Sie verkörpern in dem 175-minütigen historischen Eventfilm, welcher die Geschichte der Siedlerzüge zur Zeit Barbarossas erzählt, die Hebamme und Kräuterkundige Marthe, die vor einem grausamen Burgherren fliehen muss - und sich, um zu überleben, einer Gruppe von Siedlern anschließt. Was hat Sie an der Rolle gereizt?

RUBY O. FEE: Ich fand sowohl das Thema als auch die Rolle sehr faszinierend. Vor allem, weil sie komplett anders ist als meine bisherigen. Ich habe zwar 2013 schon in dem Kinofilm "Die schwarzen Brüder" mitgemacht, der im Italien des 19. Jahrhunderts spielt, aber das Mittelalter ist dann doch nochmal etwas ganz anderes. Besonders gereizt hat mich auch, dass es ein aufwendiger Kostümfilm ist. Die Rolle der Marthe finde ich spannend zu spielen, da sie ein Geheimnis mit sich trägt: Sie hat das "zweite Gesicht", also Visionen und Heilkräfte, die sie in den Verdacht bringen, eine Hexe zu sein.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

FEE: Ich bin in Museen gegangen, habe mir historische Kleidung, Stoffe und Münzen angeschaut, um ein Gefühl für die Rolle und die Zeit zu entwickeln. Auch Bücher über das Mittelalter und die Besiedlung des Ostens habe ich gelesen. Und ich habe selbst eine Tinktur und eine Salbe hergestellt, mit Ringelblume, Kamille und einem anderen Kraut, das mir gerade nicht mehr einfällt. Getestet habe ich die Produkte dann an meiner Managerin. Und das hat ihr jedenfalls zumindest nicht geschadet (lacht).

Bevor Sie im Alter von zwölf Jahren nach Berlin zogen, haben Sie mit Ihrer Mutter in Brasilien gelebt. Wie war das, als Sie nach Deutschland kamen?

FEE: Es war kein Kulturschock. Und ich glaube, es war genau die richtige Zeit für einen Umzug. Ich habe mich in Brasilien zwar auch wohlgefühlt. Wir haben da in einem größeren Dorf gewohnt in Bahia, zehn Minuten vom Strand entfernt. Aber als ich langsam in die Pubertät kam, wollte ich natürlich mehr erleben, mehr Möglichkeiten haben - da kam Berlin gerade recht.

Schon vorher sind Sie oft umgezogen. Bevor Sie in Brasilien die Grundschule besucht haben, reisten Sie mit Ihrer Mutter um den Globus: Indien, Costa Rica, Afrika, Mexiko und auch Thailand. Haben Sie jemals das Gefühl von Heimat verspürt?

FEE: Heimat definiere ich nicht örtlich; sondern Heimat ist, wo das Herz ist: bei meiner Familie.

Und wie ging s los mit der Schauspielerei?

FEE: Ich habe schon vorher Schultheater gespielt und hatte in Brasilien eine Freundin, die bei einer Schauspielagentur für Kinder war. Das fand ich spannend. Ich habe dann meine Mutter so lange bequatscht, bis sie zugestimmt hat. Das war nicht einfach. Ich musste sie fast zwei Jahre lang überreden.

Und dann hatten Sie sehr schnell Erfolg, spielten die Hauptrolle in der Fernsehserie "Allein gegen die Zeit", waren bereits 2010 denn auch zum ersten Mal auf der Kinoleinwand zu bewundern. Wie geht das konform mit der Schule? Und wie reagieren die Mitschüler?

FEE: Ich habe meistens in den Ferien gedreht. Manchmal gab s auch eine "rollende Schule" am Set, wo ich dann in einem Bus unterrichtet wurde. In der Schule habe ich so gut wie gar nicht über meine Schauspielerei gesprochen. Ich hatte ohnehin nur mit wenigen Mitschülern was zu tun und viele Freunde außerhalb der Schule. Aber auch mit denen rede ich nicht gern über Schauspielerei, ich finde das irgendwie unangenehm.

Sehen Sie sich denn selbst gerne im Film?

FEE: Nicht wirklich. Ich bin da sehr kritisch mit mir. Mir geht es wohl wie vielen Menschen, die zum Beispiel ihre Stimme nicht gerne auf dem Anrufbeantworter hören. Manchmal denke ich mir schon "Mein Gott!" (lacht).

Was war der Moment, als Sie realisiert haben, dass es wirklich mit der professionellen Schauspielkarriere klappt?

FEE: Kann ich so gar nicht sagen. Wichtig war "Allein gegen die Zeit", wo ich viele junge Fans gewonnen habe, die mitgewachsen sind. Sicherlich auch "Als wir träumten" und die Berlinale-Nominierung. Mein erster "Tatort" - "Happy Birthday, Sarah" - war ebenfalls ein großer Schritt, weil ich erstmals einem Millionenpublikum bekannt wurde.

Mit welchem Gefühl kommt man da als 17-Jährige zum ersten Drehtag?

FEE: Ich habe nur gedacht: "Oh, oh." Aber das geht mir bei jedem Projekt so, weil man immer wieder bei Null anfängt. Ob ich eine Figur spielen will, entscheidet sich nicht durch Größe der Produktion und Zuschauerzahl, sondern wichtig ist mir, dass die Rolle und das Drehbuch gut sind.

In Ihrem jüngsten "Tatort" - "Kartenhaus" - hatten Sie sehr freizügige Szenen. Ist Ihnen das leichtgefallen?

FEE: Das ist schon eine merkwürdige Situation, sich vor so vielen Menschen derart privat zu zeigen. Aber solche Szenen sind so technisch, dass es sich beim Dreh eher lustig als intim anfühlt.

Ihre Traumrolle?

FEE: Ich würde furchtbar gerne mal eine verdeckte Ermittlerin spielen, oder eine Spionin. Das dürfte dann auch actionreich sein, Verfolgungsjagden und so (lacht).

Welchen Aspekt Ihres Berufes mögen Sie denn gar nicht?

FEE: Ich fliege nicht gerne. Und das Warten bei den Drehs nervt manchmal gehörig. Aber ich sehe das lockerer als viele Kollegen. Ich bin eine Träumerin. Ich bereite dann im Kopf die nächste Szene vor - oder träume mich einfach irgendwo anders hin.

Info Das Historiendrama "Das Geheimnis der Hebamme" läuft am Karfreitag, 20.15 Uhr, in der ARD.

Zur Person

Ruby O. Fee wurde am 7. Februar 1996 in San José, Costa Rica, geboren – in einer Holzhütte im Dschungel. Ihre erste große Rolle hatte sie in „Allein gegen die Zeit“, einer Serie, die 2011 gar für den Emmy nominiert wurde. Viel Lob – und den „Jupiter“ sowie den „Günter-Strack-Fernsehpreis“– erhielt sie auch für ihre Darstellung eines mordverdächtigen Teenagers in der „Tatort“-Folge „Happy Birthday, Sarah“. Kritiker rühmen ihr Schauspiel als natürlich und intensiv. cn

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24.03.2016, 08:30 Uhr
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