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Chefin Christine Lagarde spricht sich gegen staatliche Subventionen aus

IWF will Ölländern helfen

Reiches Land - armes Land: Weil der Ölpreis seit Mitte 2014 extrem gefallen ist, haben ölproduzierende Länder Probleme. Der IWF will ihnen helfen. Rohstoffkonzerne kündigen weitere Einschnitte an.

06.02.2016

Von DPA

Die abgestürzten Ölpreise verringern die Gewinne der Rohstoffkonzerne. Die Folge sind radikale Sparkurse. Foto: dpa

Washington. Angesichts fallender Ölpreise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) betroffenen Förderstaaten seine Hilfe angeboten. "Der IWF steht offen für alle Mitglieder", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde. Zugleich forderte sie, teilweise hohe staatliche Subventionen für die Ölindustrie zu kappen und das Geld stattdessen für finanzielle Auffangnetze zu nutzen. "Die Subventionen sind in dieser Situation völlig kontraproduktiv", sagte Lagarde in Washington.

Einige Länder, die von dem aktuellen Ölpreisverfall von bis zu 70 Prozent betroffen sind, hätten mit einer robusten Politik auf die Krise reagiert. Sie nannte die Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan als positives Beispiel. "Dort gibt es eine gute Fiskalpolitik, der Währungskurs wird als Puffer eingesetzt", sagte Lagarde. In Ländern wie Nigeria sei man noch nicht soweit. Der IWF sei bereit zu helfen. "Sie sind Opfer eines externen Schocks", betonte Lagarde. Es gebe seitens des IWF keinerlei Stigmatisierung.

Die abgestürzten Ölpreise dezimieren die Gewinne der Rohstoffkonzerne und zwingen die Unternehmen zu einem radikalen Sparkurs. Alle internationalen Ölmultis, die bislang ihre Bilanzen für 2015 vorgelegt haben, kündigten dabei weitere Einschnitte an. Der britisch-niederländische Branchenriese Shell und die norwegische Statoil, die am Donnerstag ihre Zahlen zum vergangenen Jahr veröffentlichten, bilden keine Ausnahme. "Substanzielle Veränderungen" seien angesichts der niedrigen Ölpreise unumgänglich, stellte Shell-Chef Ben van Beurden klar. Der Konzern ist gerade dabei, den Konkurrenten BG Group für Dutzende Milliarden zu schlucken. Durch den Zusammenschluss sollen bis Ende 2016 rund 10 000 Jobs wegfallen.

Inzwischen ist Shell mit seinem Vorhaben fast am Ziel. Nach der Zustimmung der Aktionäre auf beiden Seiten ist der Vollzug laut van Beurden nur noch eine Frage von Wochen. BG soll Shell dabei helfen, die Dividendenzahlungen zu sichern und die Produktion zu erhöhen. Angesichts des anhaltenden Ölpreis-Tiefs müssen sich die Konzerne etwas einfallen lassen.

Derzeit pendeln die Preise um die Marke von 30 Dollar (26,8 EUR) je Fass (159 Liter). Mitte 2014 wurden für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent noch mehr als 100 Dollar (89,3 EUR) bezahlt. Entsprechend drastisch brach bei Shell auch der Gewinn ein. Auch beim norwegischen Förder-Riesen Statoil sieht es trübe aus. Die Norweger wollen zudem künftig auf eine kassenschonende Form der Aktionärsvergütung zurückgreifen. Anteilseigner haben in den kommenden zwei Jahren die Wahl, ob sie ihre Dividende lieber in bar ausgezahlt haben wollen oder stattdessen Aktien zu einem günstigeren Preis erwerben.

Shell bietet seinen Aktionären diese Form der Dividendenzahlung bereits an.

Auch BP hatte am Dienstag trotz eines Rekordverlusts die Dividende unangetastet gelassen. "Wir wissen, wie wichtig diese für unsere Aktionäre ist", sagte Vorstandschef Bob Dudley. Er würde für den britischen Konzern dafür zur Not auch weitere Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen.

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Erstellt:
6. Februar 2016, 08:30 Uhr
Aktualisiert:
6. Februar 2016, 08:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. Februar 2016, 08:30 Uhr

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