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Lagarde warnt vor Schwarzmalerei

IWF-Chefin: Wachstum der Weltwirtschaft reicht aus, um die Herausforderungen zu meistern

Ob Klimawandel, die Probleme der Schwellenländer oder sinkende Rohstoffpreise: IWF-Chefin Christine Lagarde mahnt die Staaten, an einem Strang zu ziehen. Kein Land könne all dies allein bewältigen.

09.10.2015
  • ROLF OBERTREIS

Lima Die Aussichten für die Weltwirtschaft sind nicht so düster, wie sie zum Teil von Experten dargestellt werden. Kurz vor Beginn der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Lima wies Christine Lagarde, Direktorin des IWF, Einschätzungen zurück, ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1 Prozent in diesem Jahr sei zu wenig.

"Viele sagen, dass sei nicht genug, um die Herausforderungen zu bestehen. Aber entscheidend ist, wie die Politik ihre Rezepte anpasst. Die Möglichkeiten sind noch nicht ausgereizt." Sie wolle kein dunkles Bild malen, zudem werde es 2016 mit 3,6 Prozent wieder ein stärkeres Wachstum geben.

Als große Herausforderungen betrachten Lagarde und Weltbank-Präsident Jim Yong Kim die Flüchtlingswelle nicht nur in Europa. IWF und Weltbank wollen vor allem Staaten wie Libanon, Jordanien, der Türkei und dem Tschad unter die Arme greifen und ihren Haushalten mehr Spielraum verschaffen.

Lagarde und Kim betonten in der peruanischen Hauptstadt, dass derzeit 16 Mio. Menschen weltweit auf der Flucht seien. Generell gehe es bei der Flüchtlingswelle nicht um Wochen oder Monate, sondern um eine starke Migration aus den ärmeren und ärmsten Ländern in wohlhabende Regionen. Dies werde auf viele Jahre ein Dauerzustand sein.

Lagarde zufolge wird die internationale Zusammenarbeit nicht nur bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle immer wichtiger. Dies gelte auch für wirtschaftliche Herausforderungen wie den Kampf gegen den Klimawandel. "Kein Land kann all das allein bewältigen. Aber es alles kann und muss gemanagt."

Der IWF will dabei genauso wie die Weltbank eine wichtige Rolle spielen. Der Fonds, indem er in Ländern, die er derzeit mit einem Programm unterstützt, größeren Spielraum für die Haushalte eröffnet und zusätzliche technische Hilfe leistet. Die Weltbank durch die Vergabe zusätzlicher Kredite. Die Mittel der Bank dafür seien ausreichend, betonte Kim.

Bei ihrer Unterstützung fährt der IWF heute einen anderen Kurs als noch vor 15 Jahren. Lange war der Fonds für seine harten, vor allem für die Ärmsten folgenreichen Auflagen für seine Hilfsprogramme kritisiert worden. "Der IWF hat sich verändert", sagte Lagarde. Das sei vor allem in Lateinamerika sichtbar, wo es immer scharfe Kritik am IWF gegeben hatte. Die Beziehungen zu vielen Ländern seien heute von Partnerschaft und Kooperation gekennzeichnet.

Der IWF habe sehr wohl die sozialen Folgen seiner Programme im Auge und mögliche Beeinträchtigungen beim Kampf gegen die Armut. Zugleich haben sich nach Lagardes Worten auch die Länder Lateinamerikas verändert. Die Reformen zahlten sich etwa in Peru, Chile, Mexiko oder Kolumbien aus, auch wenn der Verfall der Rohstoffpreise ein großes Problem sei.

IWF und Weltbank verweisen auch in Lima auf die möglichen negativen Folgen nicht nur der anhaltend niedrigen Rohstoffpreise oder auch der möglichen Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank Fed Ende diesen Jahres oder 2016. Allein Großbanken könnten nur aus Asien bis zu 165 Mrd. Dollar (146 Mrd. EUR) abziehen, warnt der Weltbanken-Verband IIF. Der IWF verweist auf die dramatische Verschuldung der Schwellenländer von insgesamt rund drei Billionen Dollar. Sollten die Zinsen stiegen wären die Belastungen enorm.

IWF-Chefin: Wachstum der Weltwirtschaft reicht aus, um die Herausforderungen zu meistern
IWF-Chefin Christine Lagarde in Lima: Die internationale Zusammenarbeit wird nicht nur beim Thema Flüchtlinge wichtiger. Foto: afp

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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