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IS-Opfer wollen mehrheitlich im Südwesten bleiben
Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad (l) neben Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen). Foto: Christoph Schmidt/Archiv dpa
Stuttgart

IS-Opfer wollen mehrheitlich im Südwesten bleiben

Die große Mehrheit der traumatisierten Frauen und Kinder, die Baden-Württemberg aus dem Nordirak in Sicherheit gebracht hat, will nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren.

11.08.2016
  • dpa

Stuttgart. Zwei Drittel der IS-Opfer hätten zwar im Irak erklärt, an eine Heimkehr zu denken, wenn es ihnen besser ginge, sagte Michael Blume, der im Staatsministerium in Stuttgart für das Sonderkontingent zuständig ist, der Deutschen Presse-Agentur. «Inzwischen aber haben sich die meisten - und vor allem die mit Kindern - zum Bleiben entschlossen.»

Im März 2015 hatte Baden-Württemberg die ersten von der Terrormiliz Islamischer Staat misshandelten Frauen und Kinder in den Südwesten geholt, der letzte Charterflug kam im Januar in Stuttgart an. Für das dreijährige Programm hat das Land 95 Millionen Euro bereit gestellt. Es ist die weltweit einzige umfangreiche Unterstützung für misshandelte Jesidinnen.

Weniger als ein Prozent der 1100 Frauen und Kinder sei bislang zurückgekehrt, sagte Blume. «Insbesondere die Kinder blühen auf.» Die Integration habe bei einigen Frauen begonnen: Die ersten fanden den Weg in einen Beruf oder eine Ausbildung. Manche machen auch den Führerschein - was in ländlichen Regionen ihrer Heimat kaum möglich gewesen wäre. «Einige erfinden sich neu», resümiert Blume.

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit, die vor allem im Norden des Iraks lebte, bis der IS die Region Anfang August 2014 überrannte. «Solchen ganz schwer traumatisierten Menschen zu helfen, ist ein Gebot der Humanität und der Nächstenliebe», hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) das Engagement des Landes begründet.

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11.08.2016, 07:23 Uhr | geändert: 11.08.2016, 05:50 Uhr
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