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IG Metall will 6 Prozent mehr Lohn
Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg: „Die wirtschaftliche Situation ist sehr gut.“ Foto: Bildquelle
Gewerkschaft

IG Metall will 6 Prozent mehr Lohn

Die Große Tarifkommission im Südwesten will mehr Geld für die Beschäftigten – und mehr Freiraum bei der Arbeitszeit. 28 Wochenstunden sollten befristet möglich sein. Die Arbeitgeber reagieren empört.

15.09.2017
  • DPA

Leinfelden-Echterdingen. Für die anstehende Tarifrunde peilt die IG Metall die Forderung nach einem Lohnplus von um die 6 Prozent an. Außerdem soll für alle Beschäftigten ein Anspruch auf eine befristete Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Wochenstunden ausgehandelt werden. Die Große Tarifkommission der IG Metall im Südwesten beschloss in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart eine entsprechende Resolution. Auch in den sechs anderen Metalltarifbezirken trafen sich die Gremien, um über ihre Forderungen zu beraten – mit ähnlichen Ergebnissen.

„Die wirtschaftliche Situation ist gut, ist sehr gut“, sagte der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger. Anzeichen für eine Verschlechterung gebe es nicht. Verglichen mit der vorangegangenen Tarifrunde 2016 könne man einen Schritt mutiger sein. Damals war IG Metall mit einer Forderung von 5 Prozent gestartet.

Im Durchschnitt 63 000 Euro

Die Metallarbeitgeber im Südwesten nannten die Vorstellungen der Gewerkschaft „eine schwere Hypothek“ für die anstehende Tarifrunde. Für eine Umverteilung gibt es nach seinen Worten keinen Anlass. So hätten die baden-württembergischen Tarifbeschäftigten seit dem Jahr 2000 bei einer Tarifsteigerung von gut 60 Prozent bereits ein Reallohnplus von mehr als 26 Prozent eingestrichen. Der Durchschnittsverdienst liegt nach seinen Worten mittlerweile bei mehr als 63 000 EUR.

Derzeit laufe das Geschäft in der Metall- und Elektroindustrie zwar gut. Doch trotz optimaler Rahmenbedingungen sei die Durchschnittsrendite seit Jahren bei mageren 3 Prozent festgetackert, sagte Wolf. „Knapp die Hälfte unserer Betriebe liegt sogar unter zwei Prozent.“ Die Forderungen der IG Metall bezeichnete er als absurd hoch.

Naturgemäß sieht die IG Metall die wirtschaftliche Lage anders. Auch in Nordrhein-Westfalen schwebt der Industrie-Gewerkschaft eine Forderung in einem Korridor um 6 Prozent vor. Im Bezirk Mitte wurden ebenfalls 6 Prozent vorgeschlagen, in Niedersachsen wurden 6,5 bis 7 diskutiert, Bayern legte sich nicht auf eine genaue Zahl fest.

Neben der Lohnforderung strebt die IG Metall auch bei der Arbeitszeit Verbesserungen an. Mit der sogenannten kurzen Vollzeit will die Gewerkschaft dem Wunsch vieler Menschen Rechnung tragen, Arbeit und Privatleben besser miteinander vereinbaren zu können. Für 24 Monate sollen Beschäftigte ihre Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden pro Woche herunterfahren und anschließend entscheiden können, ob sie in die reguläre Vollzeit zurückkehren oder weiter verkürzt arbeiten wollen. Für bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter oder Beschäftigte, die zu Hause Kinder zu betreuen haben oder Angehörige pflegen, will die IG Metall einen Zuschuss aushandeln.

Südwestmetall-Chef Stefan Wolf nannte die „alimentierte Arbeitszeitverkürzung für große Teile der Belegschaften“ einen extremen Kostentreiber. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hingegen betonte, es sei gut, dass die IG Metall die Arbeitszeit zu einem zentralen Punkt in der anstehenden Tarifrunde machen wolle.

Der Vorstand der IG Metall gibt seine Forderungsempfehlung am 10. Oktober ab. Gut zwei Wochen später legt der Vorstand die endgültige Forderung fest. Erstmals verhandelt wird dann im November. dpa/amb

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15.09.2017, 06:00 Uhr
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