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Jubiläum der Universität Hohenheim

Hungerbrote erinnern an die Anfänge

Bei den Veranstaltungen zum 200. Geburtstag verbindet die Universität Hohenheim ihre Vergangenheit mit drängenden Zukunftsfragen. Am Mittwoch beginnt eine Serie von Veranstaltungen.

13.01.2018
  • DANIEL GRUPP

Stuttgart. Mit Blick aufs Jahr 1818 würde man heute von einem Innovationsschub sprechen, der durchs Land Württemberg ging. Die Folge ist, dass im laufenden Jahr zahlreiche Stuttgarter Einrichtungen ihr 200-jähriges Bestehen feiern. Das Cannstatter Volksfest, das Königin-Katharina-Stift, aber auch die Landesbank Baden-Württemberg sehen ihre Wurzeln im Jahr 1818.

Die Universität Hohenheim startet am Mittwoch, 17. Januar, mit ihrem Jubiläumsprogramm, das sich durchs ganze Jahr ziehen wird. Die Uni will bei aller Erinnerung an die Anfänge die Zukunft im Fokus behalten. „Der Blick zurück ist an der Universität Hohenheim immer verknüpft mit dem Blick nach vorn. Forschung und Lehre beschäftigen sich mit den für die Gesellschaft relevanten Zukunftsthemen“, kündigt die Hochschule an.

Die Universität will die Zukunftsfragen eines Planeten erforschen, der eine wachsende Weltbevölkerung versorgen muss. Universitätsrektor Stephan Dabbert kündigte an, dass Themen wie Ernährung und Gesundheit, Klima, Wasser und Ökosysteme im Jubiläumsjahr eine besondere Rolle spielen werden. Dabbert: „Es gibt zwei Blickrichtungen: Zurück, aber die Universität will auch auf Zukunftsfragen reagieren.“

Wie bei den anderen Stuttgarter Institutionen, löste die Not nach den napoleonischen Kriegen und dem „Jahr ohne Sommer“ 1816 deren Gründung aus. Geburtshelfer waren König Wilhelm und Königin Katharina, die verschiedene Initiativen ergriffen.

In den Hungerjahren war Getreide so knapp, dass Stroh, Moss, Sägespäne oder Laub in den Brotteig geknetet wurden, um Ballaststoffe gegen das Hungergefühl zu erhalten. Ein Team um Professor Bernd Hitzmann vom Fachgebiet Getreidewissenschaft hat versucht, die Hungerbrote nachzubacken. Heutige Lebensmittelgesetze verbieten allerdings den Einsatz der einst verwendeten Füllstoffe. Die Hohenheimer setzten daher Zellulose und Pflanzenfasern ein. Hitzmann: „25 Prozent des Mehls wurden durch Fasern ersetzt.“ Die „Brote wie vor 200 Jahren“ gehen wegen der Fasern nicht richtig auf: Sie sind kleiner als heutige Wecken, aber viel härter.

Wer vergleichen möchte, wie sich die Hungerbrote gegenüber einem modernen Brot behaupten, kann am 1. Februar zu den Gewächshäusern am Institut für Agrartechnik kommen. Dort wird auch das moderne Hohenheimer Jubiläumsbrot präsentiert, das eine Bäckerei hergestellt hat.

Mit der Zukunft befasst sich im Jubiläumsjahr eine Fachtagung Anfang Juli: Es geht darum, wie Bioökonomie Wege zu neuen Produktionsverfahren einer nachhaltigen Wirtschaft bahnen kann. Während vor gut 200 Jahren ein Vulkan für den Temperatursturz gesorgt hatte, blickt nun die Uni auf den vermutlich menschengemachten Klimawandel. „Bringt uns das Klima um?“, heißt ein Vortrag am 18. Januar im Rahmen des Studiums Generale, den der frühere Stuttgarter Stadtklimatologe Jürgen Baumüller hält.

Beispielhaft für innovative, nachhaltige Produkte ist der Jute-Tee, den es im Uni-Shop im Jubiläumsjahr zu kaufen gibt. Der Export des Getränks könnte für Jute-Bauern in Bangladesch eine zweite Einnahmequelle sein.

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13.01.2018, 06:00 Uhr
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