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Bildung

Hunderte Lehrer fehlen im Südwesten

Der Grundschulverband ist in größter Sorge, dass viele Stellen unbesetzt bleiben. „Die Kollegen arbeiten bereits jetzt an der Obergrenze ihrer Leistungsfähigkeit“, sagt Landeschef Edgar Bohn.

10.08.2018

Von JULIA GIERTZ

Eine Lehrerin liest Grundschülern eine Geschichte vor. An vielen Schulen fehlen Lehrer. Foto: Felix Kästle/dpa

Der Lehrermangel im Südwesten hält an – die Grundschulen werden nach Ansicht von Verbänden im neuen Schuljahr besonders darunter leiden. „Die Lehrerknappheit bleibt auf dem gleichen hohen Niveau wie im Vorjahr“, sagte die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz. Voraussichtlich blieben 500 Stellen an Grundschulen unbesetzt. Der Grundschulverband ist in größter Sorge, dass die Lücke nicht zu schließen ist. „Die Kollegen arbeiten bereits jetzt an der Obergrenze ihrer Leistungsfähigkeit“, mahnte Landeschef Edgar Bohn.

Nach Angaben des Kultusministeriums ist erst im September klar, wie viele Stellen noch offen sind. Zum neuen Schuljahr sind etwa 5500 Stellen zu besetzen. Zu Anfang des vergangenen Schuljahres waren 672 Stellen offen, vor allem an Grund- und Sonderschulen. Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU) stellt aber schon jetzt fest: „Auch im aktuellen Jahr ist die Lage auf dem Bewerbermarkt angespannt.“

Mehr Bewerber als Stellen verzeichnet sie derzeit nur bei den Gymnasien. Mehrere tausend Männer und Frauen konkurrieren um knapp 900 Stellen. Die Ministerin appelliert an die Bereitschaft der Junglehrer, sich auf andere Schularten und ungewohnte Regionen einzulassen.

Bei den Sonderpädagogen, die auch in den Klassen mit behinderten Kindern an den Grundschulen unterrichten, fehlen Gewerkschafterin Moritz zufolge Bewerber für 100 Stellen. Darunter litten die allgemeinbildenden Lehrkräfte, für die es zu wenig Fortbildung zum Thema Integration behinderter Schüler gebe.

Auch an den Schularten Gymnasium, Real- und Werkrealschule fällt nach Ansicht des Landeselternbeirats zu viel Unterricht aus. Das achtjährige Gymnasium sei mittlerweile zum siebenjährigen mutiert – so viel Unterricht falle an dieser Schulart über die Jahre aus, sagte Landeschef Carsten Rees. „Ministerin Eisenmann hat die undankbare Aufgabe, die Suppe auszulöffeln, die in den letzten 10, 15 Jahren angerührt worden ist.“ Julia Giertz

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Erstellt:
10. August 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
10. August 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. August 2018, 06:00 Uhr

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