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Hunderte Besucher strömten zum neunten Mössinger Apfelfest
Hanna und Elena sind Apfelkönigin und Apfelfee vom Öschinger Sternbergkindergarten.
Auf die Äpfel, fertig, los!

Hunderte Besucher strömten zum neunten Mössinger Apfelfest

Die Mössinger Apfelwoche gipfelte auch heuer wieder im Apfelfest. Gestern drehte sich im Pausa-Quartier alles um das schmackhafte Baumobst.

05.10.2015
  • amancay KAPPELLER

Mössingen. Rote, gelbe, grüne, braune: Die verschiedensten Apfelsorten, von süß bis sauer, konnten Besucher im Foyer der Pausa-Tonnenhalle bestaunen – was sie auch eifrig taten. Präsentiert wurden die Früchtchen, bei denen kaum eines dem anderen glich, vom Obst- und Gartenbauverein auf einer meterlangen Tafel. Bei den Äpfeln, rund 90 Sorten, war von A wie Alkmene bis Z wie Zabergäurenette alles vertreten, was das streuobstaffine Herz begehrte. Festgäste bekamen sogar die Möglichkeit, Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Auch 30 der Kernobstgewächse aus der Ordnung der Rosenartigen waren, fürs Auge ansprechend, auf den Tischen arrangiert – „Kuhfuß“, aber auch „Alexander Lucas“.

Dunst: Mehr als ein Hauch von Apfel wehte am Sonntag über den Löwensteinplatz. An zahlreichen Ständen genossen Besucher, was kulinarisch dargeboten wurde: vom Apfelflammkuchen über Apfeltee und Apfel-Smoothies bis hin zu Apfelwaffeln und Apfelchips. Aber nicht nur Süßes, sondern auch Deftiges ging massenhaft über den Tresen. Beim Nabu konnten nicht nur Kinder mit der historischen Mostpresse Flüssiges fabrizieren. Sogar die Pferde, die Mitfahrwillige geduldig durch die Straßen kutschierten, produzierten zwischendurch das, worum sich im Pausa-Quartier am Sonntag alles drehte: Äpfel.

Kunst: Im Erdgeschoss der Tonnenhalle waren Kunstwerke zu sehen, die Mädchen und Jungen in den Mössinger Kindertageseinrichtungen gemalt und gebastelt hatten. Der Kindergarten Hinter Höfen schickte eine komplette Apfellandschaft ins Rennen – aus Stroh, Holz, Filz und Papier. Der Belsener Kindergarten Geißhäuser zeigte Gezeichnetes: Apfelbäume, mit Abdrücken von Kinderhänden als Baumkronen. Von der Ganztagsschule und den Hortkindern hing ein Gemeinschaftsbild aus mit dem Titel „Schneewittchen, die sieben Zwerge und der Apfel“.

Gunst: Besonders beliebt bei kleinen Apfelfest-Besuchern war das Apfelbaggern. Die Firma Garten König stellte echte Mini-Bagger zur Verfügung, mit denen Nachwuchs-Bob-Baumeister einen Apfel, der an der Schnur hing, in Blumentöpfen versenken mussten. Frenetisch angefeuert wurden die kleinen Baumaschinen-Lenker dabei von Eltern und Geschwistern. Bei Klein und Groß stand außerdem Baumklettern hoch im Kurs. Das Netzwerk Streuobst lud zum Apfel-Angeln, das Landratsamt Tübingen hatte einen Sinnesparcours aufgebaut.

Blitz: Wer sich im Aufsammeln von Fallobst üben wollte, war bei der „Rollblitz-Weltmeisterschaft“ der Firma Speidel Gartengeräte genau richtig: Bewaffnet mit der „kleinsten Auflesemaschine der Welt“ galt es, schnellstmöglich einen bestimmten Parcours zu absolvieren und dabei Äpfel einzusammeln. Manche stellten sich geschickter, manche weniger geschickt an. Dem einen oder anderen kam das weniger flinke Abschneiden bei der Obst-Aufsammelaktion gar gelegen: „Siehsch, jetzt hasch’s schwarz auf weiß, Du liesch künftig bei uns aufm Gütle die Äpfel auf!“, warf eine Weltmeisterschafts-Anwärterin ihrem Mann triumphierend an den Kopf. „In den sauren Apfel musch jetzt beißa.“ Ebenfalls blitzschnell und trotz Nieselregens hochmotiviert waren morgens Teilnehmer von Apfellauf und Apfelwalking unterwegs – organisiert von der LG Steinlach.

Schnitz: Anneliese Wolf hatte unter anderem gedrechselte Holzäpfel und -schüsseln im Angebot. Anfassen war ausdrücklich erwünscht, wie ein Schild verkündete. Erstehen konnte man auch Knöpfe aus Eschenholz, die aufgrund von mit Zinn gefüllten Wurmfraßspuren zu etwas besonderem wurden. Integrative Produkte vom Kastanienhof waren bei der Arbeit in Selbsthilfe (AiS) zu haben, etwa Holzvasen, Rankhilfen und Wildbienenhotels. Beim Mütter- und Familienzentrum konnten Kinder Äpfel mit dem Apfelschäler selbst schälen. Das so entstandene hüllenlose Obst hüteten die Kids wie ihren Augapfel; verzehrt wurde es meist gleich kugelrund und nicht als Schnitz.

Hunderte Besucher strömten zum neunten Mössinger Apfelfest
Mitglieder des Mössinger Nabu zeigten an einer historischen Apfelpresse, wie aus der Frucht einst Saft wurde. Bilder: Franke

Nicht nur auf dem Pausa-Areal, sondern in ganz Mössingen war am Sonntag viel los: Der Handels- und Gewerbeverein hatte zum verkaufsoffenen Sonntag geladen. „Wir sind absolut zufrieden und hatten sehr schöne Kundenströme“, zog die HGV-Vorsitzende Barbara Muschler am Sonntagabend Bilanz. „Das Wetter hätte nicht besser sein können, es ist wieder sehr gut angekommen und für jeden war etwas dabei“, erklärte Muschler. Vor allem auch für Kinder sei einiges geboten gewesen.
Geöffnet hatten am Sonntag wieder fast alle Mössinger Geschäfte. Erstmals beteiligten sich auch Autohändler in der Bahnhofstraße am Tag der offenen Tür. Erfreulich war laut Muschler auch, dass gestern viele Besucher von außerhalb nach Mössingen kamen. Mund-zu-Mund-Propaganda macht die HGV-Vorsitzende dafür verantwortlich – ähnlich wie beim Rosenmarkt.

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05.10.2015, 12:00 Uhr
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