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Labern mit gelöster Zunge

Hugo Egon Balder über die neuen Folgen seiner kritisierten Kneipenshow

Von heute an versammelt Hugo Egon Balder in seiner feuchtfröhlichen Talkshow "Der Klügere kippt nach" auf Tele 5 wieder Promis zum heiteren Umtrunk. Kritik an der Sauf-Sendung steckt er weg.

26.10.2015
  • MARTIN WEBER

Herr Balder, in Ihrer Sendung wird bei Wein, Bier oder Schnaps über aktuelle Themen diskutiert, manchmal bringen Sie Ihren Gästen auch einen Eierlikör. Trinken Sie das auch?

HUGO EGON BALDER: Nicht immer, aber ab und zu genehmige ich mir auch einen. Das Getränk hat bei vielen ja nicht den allerbesten Ruf, aber bitte vergessen Sie nicht: Udo Lindenberg zum Beispiel steht auf Eierlikör, weil der ja auch seine Likör-Bilder damit malt.

Lockert Alkohol auch die Zungen talkshowgestählter Fernsehnasen, die sich in Ihrer Runde versammeln?

BALDER: Wobei es ja nicht so ist, dass die sich bis zur Besinnungslosigkeit besaufen. Wir hatten die Idee, es wie früher bei Werner Höfer im "Internationalen Frühschoppen" zu machen, wo die alle ein Glas Wein vor sich stehen hatten, aus dem dann auch mal zwei oder drei wurden. Gegen Ende der Sendung wurden die alle immer lockerer, und das ist bei uns auch so. Das hat überhaupt nichts mit Vollrausch zu tun. Aber ein gewisser Alkoholpegel lockert einfach die Stimmung auf und löst so auch die Zungen.

Und bis zum Vollrausch ging es auch noch nie bei Ihren Gästen?

BALDER: Nö, sturzbetrunken war noch keiner. Angetütert aber schon einige, und das Schöne dabei ist ja: Nach einer Viertelstunde sind denen die Kameras und die Zuschauer egal und sie reden einfach drauflos.

Was trinken Sie am liebsten?

BALDER: Bier, das habe ich wohl von meinen Eltern übernommen. In der Regel Pils, manchmal auch ein Weizen. Letzteres allerdings nicht mehr so viel, weil man da einen dicken Bauch von kriegt.

Was geht gar nicht?

BALDER: Cocktails, weil die mir zu gefährlich sind. Als ich jung war, habe ich sehr gerne Southern Comfort mit Ginger Ale getrunken - ist glaube ich das Getränk, das Janis Joplin mit umgebracht hat. Das ist deshalb so gefährlich, weil du den Alkohol nicht schmeckst. Man trinkt das und denkt: Och, das ist aber lecker. Aber nach drei, vier Gläsern muss man plötzlich auf die Toilette und hat ein Problem. Oder man wundert sich, weil man aufsteht und sofort umfällt.

Hat man früher mehr gesoffen als heute?

BALDER: Nicht unbedingt. Ich zum Beispiel hatte mein erstes Bier erst im zarten Alter von 23 Jahren.

Ganz schön spät.

BALDER: Stimmt, aber ich hatte vorher einfach keine Lust dazu, und das erste hat mir auch nicht besonders geschmeckt. Mit dem Bier trinken ging es los, als ich 1973 als Schauspieler ans Schillertheater in West-Berlin kam. Dort bin ich mit den Kollegen immer in ihre Stammkneipe gegangen, und wenn man dort sitzt und kein Bier trinkt, dann ist das, als säße man in der Sauna und schwitzt nicht. Beim Theater wurde damals einiges weggekübelt.

Und in der TV-Branche?

BALDER: Früher genauso, aber das hat sich mittlerweile stark geändert. Wir Älteren haben diese Zeiten noch miterlebt, da wurde schon kräftig gefeiert. Da traf man sich nach der Sendung an der Hotelbar und hat noch einen gebechert. Das ist heute anders, die jungen Kollegen machen das nicht mehr. Die junge Generation trinkt nicht und raucht nicht.

Finden Sie das schade?

BALDER: Im Prinzip schon. Ich weiß schon, das klingt jetzt alles ein bisschen abgedroschen, aber lassen Sie mich das auf einen Nenner bringen: Wir hatten früher Sex, Drugs und Rock 'n' Roll. Heute haben wir Frauenquote, Rauchverbot und Laktose-Intoleranz. Das ist doch langweilig.

Aber das Rauchverbot in Restaurants macht doch Sinn, oder?

Balder: Unbedingt, und ich bin ja Raucher und würde trotzdem nie in einem Restaurant qualmen, wo Leute essen. Aber das mache ich aus Prinzip nicht, da brauche ich kein Verbot für.

Ist Ihre Sendung auch eine Art Protest gegen Political Correctness?

BALDER: Nein, so hoch würde ich das nicht hängen. Das ist einfach nur ein Spaß, die Idee hatte ich ja schon vor 15 Jahren. Hat ein bisschen gedauert, bis sich ein Sender rangetraut hat. Uns war auch sofort klar, dass es Proteste dagegen geben wird.

Sie meinen die Experten und Kritiker, die sagen, dass in Ihrer Sendung Alkoholismus verharmlost wird?

BALDER: Ich will keinesfalls leugnen, dass Alkoholismus für viele Menschen ein gewaltiges Problem ist, da gibt es auch überhaupt nichts zu verharmlosen. Trotzdem: Früher hat sich doch auch kein Mensch darüber aufgeregt, wenn im Fernsehen was getrunken wurde. Wenn ich mir alte Folgen vom "Kommissar" mit Erik Ode angucke, da stand immer ein Glas Rotwein auf dem Tisch.

Info Neue Folgen der Talkshow "Der Klügere kippt nach", von heute an, 22.10 Uhr auf Tele 5.

Hugo Egon Balder über die neuen Folgen seiner kritisierten Kneipenshow
Locker vom Hocker: Moderator Hugo Egon Balder ist schon lange im TV-Geschäft und den Umgang mit Kritik gewohnt.

Biografie Hugo Egon Balder wurde 1950 in Berlin geboren, spielte in seiner Jugend Schlagzeug für die Rockband „Birth Control“, wurde Schauspieler und war Kabarettist am Düsseldorfer „Ko(m)mödchen“. Bundesweit bekannt wurde Balder als Moderator der legendären Nackedei-Show „Tutti Frutti“ und mit der Klamaukshow „Alles nichts oder?!“. Er war in den 90er Jahren Produzent der Kultsendung „RTL Samstag Nacht“. Zu seinen größten Erfolgen zählt das Sat-1-Comedyquiz „Genial daneben“, das er von 2003 bis 2011 moderierte. Der 65-Jährige war viermal verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Köln. mw

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26.10.2015, 12:00 Uhr
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