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Hugo Boss senkt Prognose

Der Modekonzern Hugo Boss senkt seine Prognose. Zu hausgemachten Problemen und schwächelnden Märkten kommt die Sorge vor den Brexit-Folgen.

06.08.2016
  • DPA

Metzingen. Als hätte der Modekonzern Hugo Boss (Metzingen) nicht schon genug Sorgen: Nun drücken auch noch Terrorangst und das Brexit-Votum der Briten auf das Geschäft. Mit den Halbjahreszahlen dämpfte Hugo Boss nun seine Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr weiter. Zusätzliche Ladenschließungen und eine noch stärkere Verknappung von Hugo-Boss-Waren im amerikanischen Großhandel lasten auf den Erträgen. Auch sinkt die Zahl asiatischer Touristen, die ihre Europa-Reise mit einem Shoppingtrip in Hugo-Boss-Läden verknüpfen.

Die Sorge vor Terroranschlägen und strengere Visa-Bestimmungen gab das Unternehmen bei der Vorlage der Quartalszahlen als Grund für die mangelnde Reiselust an. Zudem hat Hugo Boss die Preise in Asien gesenkt, wodurch die dortigen Verbraucher zunehmend in der Heimat einkaufen. Zumindest die Lage in der Türkei lässt den Modekonzern noch unbeeindruckt. „Wir sehen keine Produktionsprobleme in der Türkei“, sagte der neue Hugo-Boss-Chef Mark Langer.

Dabei bleiben die Aussichten unsicher: „Wir wissen noch nicht, welches Marktumfeld uns 2017 erwartet.“ Im laufenden Jahr soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun um 17 bis 23 Prozent sinken. Der Umsatz wird den Planungen zufolge währungsbereinigt schlimmsten Fall um bis zu 3 Prozent zurückgehen.

„Um mittelfristig wieder profitabel zu wachsen, haben wir auch Entscheidungen getroffen, die zunächst einmal schmerzhaft sind. Dazu zählen die Schließungen von Stores und die strukturelle Veränderung unseres Vertriebs im US-Großhandel“, sagte Langer. In den USA wird Hugo Boss beim Großhandel wählerischer bei der Wahl seiner Vertriebspartner, um sich den ruinösen Rabattschlachten zu entziehen. In China macht der Konzern 20 Filialen dicht, noch einmal so viele Läden sollen an anderen Orten geschlossen werden. Der Umsatz sank von April bis Juni um 4 Prozent auf 622 Mio. EUR . Unter dem Strich schmolz der Konzerngewinn um 84 Prozent auf 11 Mio. EUR .

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06.08.2016, 06:00 Uhr
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