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Stuttgart

«Hotel Silber» ab Dezember: Erinnerung an Nazi-Gräuel

Die Erinnerung an die Nazi-Gräuel in Stuttgart bekommt im Dezember einen festen Ort: Nach einem Fast-Abriss, langer Planung und mehreren Verschiebungen wird die einstige Zentrale der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) an der Dorotheenstraße 10 mitten in der Stadt als «Ort des politisch-historischen Lernens» eröffnet, wie es am Mittwoch beim Haus der Geschichte Baden-Württemberg hieß.

18.07.2018

Von dpa/lsw

Der Lernort "Hotel Silber" ist von einem Baustellengerüst umgeben. Foto: Marijan Murat dpa/lsw

Stuttgart. Das einstige «Hotel Silber» war eine von knapp 20 Gestapo-Leitstellen der Nazis. Als Lernort soll das Gebäude den alltäglichen Terror dokumentieren - und das erschreckend reibungslose Hinübergleiten von der demokratischen Weimarer Republik in die Diktatur.

Laut Finanzministerium wird das Gebäude derzeit noch für 4,3 Millionen Euro umgebaut. Die Kosten auch für den Betrieb von jährlich 560 000 Euro teilen sich Land und Stadt. Genauso wie rund 3 Millionen für die Einrichtung der Dauerausstellung. Auf 1000 Quadratmetern Fläche soll es neben einer Dauerausstellung auch Veranstaltungen und Projekte sowie Sonderausstellungen geben.

Das Haus Dorotheenstraße 10 ist ein Relikt aus Stuttgarts dunkelster Geschichte: Hier organisierten die Nationalsozialisten die Deportation von Juden und Homosexuellen. Im Keller wurden zahlreiche Menschen verhört, gefoltert und ermordet. Hier wurden Verfolgung, Unterdrückung und Verschleppung organisiert und gesteuert.

Der wohlklingende Name «Hotel Silber» stammt noch aus der Nutzung des Areals im 19. Jahrhundert und vom damaligen Besitzer Heinrich Silber. Einzigartig in Deutschland ist nach Angaben des Hauses der Geschichte, dass es von 1928 bis 1984 ununterbrochen von der Polizei genutzt wurde. Später sollte es einem Einkaufszentrum weichen. Eine Bürgerinitiative verhinderte den Abriss.

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Erstellt:
18. Juli 2018, 14:39 Uhr
Aktualisiert:
18. Juli 2018, 14:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2018, 14:30 Uhr

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