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Hormone in verschiedenen Lebensphasen der Frau sind Thema des Gesundheitstags im Sparkassen-Carré
Überall Babys! Wenn’s mit dem Schwangerwerden nicht klappt, fragen sich die Partner: Warum geht es bei allen anderen, nur bei uns nicht? Archivbild: Sommer
Hormone: Gesundheitstag von TAGBLATT und Uniklinik am 3. Mai

Hormone in verschiedenen Lebensphasen der Frau sind Thema des Gesundheitstags im Sparkassen-Carré

Hormone tun nicht immer das, was sie sollen. Manche Frauen werden ungewollt schwanger, manche benötigen Therapien zur Erfüllung ihres Kinderwunsches. Eine Patientinnengeschichte.

01.05.2018
  • Ulla Steuernagel

Eins wusste sie schon lange: Sie wollte einmal Kinder haben. Als Julia Meyer (Name auf Wunsch geändert) dann 24 Jahre alt war, setzte sie die Pille ab. Auch ihr Mann, mit dem sie seit sechs Jahren zusammen war und den sie schon von klein auf kannte, wollte unbedingt Kinder mit ihr haben. Nichts einfacher als schwanger zu werden, glaubte sie damals. Alles schien perfekt, beide Partner waren jung, gesund und finanziell abgesichert. Da sollte der Sex ohne Empfängnisverhütung doch eigentlich bald Früchte tragen. Im ersten Jahr war Julia Meyer noch ganz entspannt: „Wenn’s passiert, passiert’s“, dachte sie. Doch es passierte nicht, die junge Frau wurde partout nicht schwanger.

Langsam begann sich das Paar zu wundern, der Kinderwunsch wurde dadurch nicht geringer. Was tun, um die Empfängnis sicherer zu machen? Der nächste Schritt war der Gang in die Apotheke und der Kauf eines Ovulationstests. Damit lassen sich der Eisprung und die fruchtbaren Tage bestimmen. Obwohl das Timing stimmte, blieb der Erfolg aus.

Langsam begann Meyer zu verzweifeln. Der Kinderwunsch hatte sich bei ihr eingenistet, aber keine befruchtete Eizelle. Wieso nur klappt es bei uns nicht, fragte sie sich. Da sie selber im Klinikum arbeitet, wusste sie schon, wohin sie sich wenden musste: an Dr. Melanie Henes und ihr Team. Meyer meldete also sich und ihren Partner in der Sprechstunde des Kinderwunsch-Zentrums in der Tübinger Frauenklinik an. Ihre Gefühle schwankten damals zwischen Verzweiflung und Erleichterung. Endlich konnte sie nun mit jemandem darüber sprechen, denn bislang hatte das Paar seine vergeblichen Bemühungen vor Freunden und Verwandten geheim gehalten.

Die Therapie im Zentrum begann mit einer genauer Untersuchung, dazu gehörte sowohl ein Spermiogramm des Mannes, also die Analyse der Spermienkonzentration und -geschwindigkeit, als auch das Zyklusmonitoring der Frau. Die Spermienmenge ihres Mannes sei okay gewesen, allerdings bewegten sich die Spermien etwas langsam. Meyers Zyklus wurde überwacht, genaue Hormonbestimmungen vorgenommen und Ultraschalluntersuchungen gemacht.

Was genau der Grund für die bisherige Unfruchtbarkeit war, blieb unklar. Meyer bekam einen Wirkstoff, der die Hirnanhangsdrüse anregt, Hormone zu produzieren, die zum Eisprung führen. Die Nebenwirkungen dieser Hormontherapie spürte sie schon bald mit Macht: „Die ging bei mir auf die Psyche!“ Sie sei dauernd traurig gewesen, kämpfte ständig mit Völlegefühl und war „unfassbar müde“. Eigentlich hatte sie alle Symptome, die eine Frau in der Schwangerschaft hat. Nur mit dem Unterschied: Schwanger war und wurde sie nicht. „Ich habe mir irgendwann gesagt, dann lieber gar nicht!“

Sie wechselte auf ein anderes Medikament namens Letrozol, das für sie besser verträglich war. Sechs Zyklen, so sagte die junge Frau, machte sie damit durch: mit „Sex auf Kommando“, Schwangerschaftssymptomen und am Ende der bitteren Enttäuschung: Einsatz der Periode. Irgendwann kapitulierte sie und sagte sich, dass es nicht so weitergehe. „Ich muss eine Pause machen! Mein ganzes Leben richtet sich danach!“

Zum Glück, so die Patientin, habe sie im Kinderwunsch-Zentrum viel Unterstützung erfahren. Das Team um Dr. Melanie Henes verdiente für seine Einfühlsamkeit in dieser für Meyer so schwierigen Zeit „ganz großes Lob“.

Dennoch: Auch die gute Betreuung hatte zu keinem Erfolg geführt. Also besprach man den nächsten Schritt: Jetzt sollte die Empfängnis mit ärztlicher Hilfe geschehen. Bei der Samenübertragung (Insemination) wird der Samen des Mannes mit einem Katheter in die Gebärmutter eingeführt. Zuvor wurde das allzu „visköse“, also verdichtete Ejakulat, gewaschen und vorbereitet, der Eisprung künstlich ausgelöst und später die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter durch die Beigabe von Progesteron unterstützt.

Diese Prozedur, deren Kosten die Krankenkasse zur Hälfte übernahm, machten Meyer und ihr Mann zwei Mal durch. Die Nervenprobe wurde nicht leichter: Erst war die Hoffnung groß, doch der Absturz, wenn es dann wieder nicht geklappt hatte, umso tiefer.

Meyer sah sich in dieser Zeit nur so von Schwangeren umgeben. Wenn dann wieder eine Frau in ihrem Freundeskreis mitteilte, bei ihr sei es soweit, sie erwarte ein Kind, habe sie manchmal die Tränen nicht zurückhalten können, erinnert sich Meyer. Zwei Jahre waren seit dem Absetzen der Pille vergangen. Nach der zweiten Insemination passierte es dann: Es hatte geklappt, Spermium und Eizelle hatten zusammengefunden.

Julia Meyer ist nun im achten Monat schwanger und „unfassbar dankbar“. Ob sie das alles noch einmal durchstehen wollte? „Grad kann ich mir das nicht vorstellen!“ sagt die junge Frau. Aber eins weiß sie: „Ich werde das Mamasein genießen!“

Wechseljahre, Verhütung, Kinderwunsch

Die Hormone in den verschiedenen Lebensphasen der Frau sind das Thema des Gesundheitstages am Donnerstag, 3. Mai, von 19 bis 21 Uhr im Sparkassen-Carré. Schwerpunkte des Abends werden Wechseljahre, Verhütung und Kinderwunsch sein. Nach einführenden Kurzreferaten stehen Expertinnen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Mit in der Expertenrunde und Ansprechpartner für Fragen des Publikums sind der Ärztliche Direktor der Frauenklinik Prof. Diethelm Wallwiener; Prof. Sara Brucker, Ärztliche Direktorin des Forschungsinstitutes für Frauengesundheit;· Dr. Stephanie Hübner, Fachärztin an der Frauenklinik; Dr. Eva Neunhöffer, niedergelassene Gynäkologin; Dr. Sabine Hahn, Oberärztin an der Frauenklinik und niedergelassene Gynäkologin und Dr. Melanie Henes, Oberärztin und Leiterin des Kinderwunsch-Zentrums an der Frauenklinik. Der Abend wird moderiert von TAGBLATT-Redakteur Uli Janßen.

Im Foyer des Sparkassen Carrés gibt es Infotische verschiedener Selbsthilfegruppen und Institutionen. Dabei sind: das BRCA-Netzwerk informiert über Brust-und Eierstockkrebs, die Frauenakademie am Uniklinikum Tübingen, die Frauenselbsthilfe nach Krebs und Pink Paddling Tübingen und die Endometriose Selbsthilfegruppe.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Fragen können zuvor an service@tagblatt.de geschickt werden.

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01.05.2018, 14:00 Uhr
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