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Hongkongs Musterdemokrat
Joshua Wong, das Gesicht der Hongkonger Protestbewegung, kommt mit einem milden Urteil davon. Foto: Foto; dpa

Hongkongs Musterdemokrat

Mit einem für chinesische Verhältnisse milden Urteil kommt der Anführer der Proteste in Hongkong davon. Joshua Wong muss Sozialstunden ableisten.

17.08.2016
  • FELIX LEE

Mental hatte sich Joshua Wong auf einen Gefängnisaufenthalt eingestellt. Der 19-Jährige wusste zwar: Lange würde die Haft nicht dauern. Das hatte ihm sein Anwalt zugesichert. Anders als in China funktioniert in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong das unabhängige Rechtssystem noch.

Zusammen mit Nathan Law und Alex Chow, den anderen beiden Studentenführern, war er am 26. September 2014 über die Polizeiabsperrung auf dem Tamar-Platz geklettert und hatte den Vorhof des Hongkonger Regierungssitzes besetzt, um ihrer Forderung nach mehr Demokratie und Unabhängigkeit von Peking zum Ausdruck zu bringen. Ihre bewusste Gesetzesüberschreitung bildete den Auftakt der prodemokratischen Occupy-Proteste. Mit zeitweise über Hunderttausend Teilnehmern legten die Aktivisten immer wieder wichtige Teile der Finanzmetropole lahm. Alle drei waren im Juli wegen „illegaler Versammlungen“ verurteilt worden.

Doch das Gericht zeigte sich von seiner milden Seite: 80 Sozialstunden für Joshua Wong. Sein Mitstreiter Law muss 120 Stunden Sozialdienst leisten, Chow erhält eine dreiwöchige Haftstrafe auf Bewährung. Das Urteil hat Symbolwirkung. Denn der redegewandte Joshua, der bereits mit 14 seine ersten Proteste organisierte, war das Gesicht der Hongkonger Occupy-Bewegung: Ein damals 17-Jähriger, der der mächtigen Führung in Peking die Stirn bietet und für die größten Proteste seit der Rückgabe der britischen Kronkolonie an die Volksrepublik 1998 sorgt. Hätte er ins Gefängnis müssen, wäre das ein Indiz dafür, dass auch Hongkongs Justiz Peking folgt.

Joshua Wong sagte nach dem Gerichtstermin: „Ich respektiere Justiz und Rechtsstaatlichkeit, auch wenn ich mit dem Urteil nicht einverstanden bin.“ Die Erleichterung war ihm dennoch am Gesicht abzulesen.

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17.08.2016, 06:00 Uhr
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