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Feuilleton

Honecks Stuttgarter Klangkultur

Nach vier Jahren als Generalmusikdirektor verlässt Manfred Honeck die Staatsoper Stuttgart. Er hat mit dem Staatsorchester den Klang kultiviert.

09.07.2011

Von JÜRGEN KANOLD

Stuttgart Er hat Spuren hinterlassen - Klangspuren. Das Staatsorchester ist Manfred Honeck "ans Herz" gewachsen: "In den vier Jahren ist ein ganz besonderer Klang entstanden, wunderbar warm, kultiviert deutsch. Gott sei Dank ist das nicht nur mir, sondern auch dem Publikum und der Kritik aufgefallen", sagt der Österreicher, der jetzt seine letzten Konzerte in Stuttgart als Generalmusikdirektor dirigiert.

Honeck kam in der Saison 2007/08 als Nachfolger Lothar Zagroseks, einem Mann eher der Moderne, an die Staatsoper. Und vor allem in den Sinfoniekonzerten setzte Honeck Akzente mit Spätromantik. Großartig die Aufführungen der Werke von Walter Braunfels. Im Frühjahr 2009 verkrachte sich Honeck nach dem "Lohengrin" mit Opernintendant Albrecht Puhlmann. Die Politik schasste daraufhin Puhlmann und wollte Honeck unter einem Intendanten Georg Quander den roten Teppich auslegen. Es kam anders. Jossi Wieler übernimmt die Staatsoper - Honeck wollte sich nicht enger an die Staatsoper binden und geht. Sylvain Cambreling wird neuer GMD, allerdings erst übernächste Saison.

Der 52-jährige Honeck sagt heute: "Ich wünsche Albrecht Puhlmann alles Gute, wir sind künstlerisch näher beieinander, als man denkt, wir haben einige Sachen in der Oper gemacht, die sich sehen lassen können. Es ist Schwachsinn zu glauben, ich sei machtbesessen." Die "Trojaner", "Parsifal", "Rosenkavalier", zuletzt der "Dialog der Karmeliterinnen" stehen für Honecks Wirken im Operngraben.

Künftig wird Honeck noch stärker als Music Director des Pittsburgh Symphony Orchestra präsent sein, er hat gerade seinen Vertrag bis 2016 verlängert. Auch wird er in nächster Zeit bei den New Yorker Philharmonikern debütieren, in Cleveland und Los Angeles dirigieren und mit der Dresdner Staatskapelle konzertieren. Weshalb er nach vier "sehr intensiven" Jahren Stuttgart mit einem "weinenden und einem lachenden Auge" verlässt: stolz auf das Erreichte, neue Herausforderungen suchend. Immerhin: Im April 2012 kehrt Honeck noch einmal zurück zu einem Konzert mit dem Staatsorchester Stuttgart.

Info Manfred Honeck dirigiert morgen, Sonntag, 11 Uhr, und am Montag, 19.30 Uhr, in der Stuttgarter Liederhalle Werke von Mahler ("Wunderhornlieder" mit Matthias Goerne) und Ruzicka. Karten: 0711/20 20 90.

Manfred Honeck dirigiert sein letztes Konzert als Stuttgarter GMD.

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Erstellt:
9. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2011, 12:00 Uhr

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