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Den Treueschwur nicht eingelöst

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol muss nach 0:1 gegen den HSV um seinen Job bangen

Mit Markus Gisdol aus dem Tabellenkeller - das hatte sich das Team von 1899 Hoffenheim geschworen. Es klappte nicht. Nach dem 0:1 gegen den Hamburger SV ist die Lage bei den Badenern brisanter denn je.

24.10.2015
  • DPA

Sinsheim Trainer Markus Gisdol muss mehr denn je um seinen Job bei 1899 Hoffenheim fürchten. Die krisengebeutelten Kraichgauer verloren im Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga gegen den Hamburger SV durch ein spätes Tor von Pierre-Michel Lasogga mit 0:1 (0:0).

Während die Gastgeber damit vor 30 000 Zuschauern erneut den ersten Heimsieg der Saison verpassten und auf dem vorletzten Tabellenplatz verharren, erzielten die Hanseaten ihren ersten Treffer nach 361 Minuten ohne Torerfolg. Es war der erste Hamburger Dreier nach drei Spielen ohne Sieg.

Nach einer turbulenten Woche, in der 1899-Mäzen Dietmar Hopp einige Spieler zum Krisentreffen gebeten hatte, konnten die Hoffenheimer ihren Treueschwur nicht einlösen: "Wir wollen mit dem Trainer hinten raus kommen", hatte Nationalspieler Kevin Volland angekündigt. Auch die Fans unterstützten den Coach mit lauten "Markus Gisdol"-Rufen.

Für den 46-Jährigen könnte das 85. Erstliga-Spiel auf der TSG-Bank, mit dem er zum Rekordtrainer des Vereins aufrückte, das letzte gewesen sein. Hopp verfolgte die Partie von seiner Loge aus mit unbewegter Miene.

Als Hoffnungsträger hatte Gisdol erstmals in dieser Saison Adam Szalai in die Startelf berufen. Gäste-Trainer Bruno Labbadia musste den erkrankten Emir Spahic und den verletzten Spielgestalter Aaron Hunt austauschen, für sie rückten Cleber und der Ex-Hoffenheimer Michael Gregoritsch ins Team.

Der HSV machte das Spiel von Beginn an breit und kam nach einer Viertelstunde fast im Minutentakt zu Chancen: Einen Schuss von Ivo Ilicevic (16.) hielt Hoffenheims Keeper Oliver Baumann erst im Nachfassen fest, kurz darauf köpfte Gregoritsch (18.) knapp über das Tor und eine Flanke von Pierre-Michel Lasogga (19.) strich knapp am Pfosten vorbei. Anschließend rettete Baumann per Doppel-Parade gegen Nicolai Müller und Lasogga (23.).

Die Spieler der TSG verkrampften angesichts dieser Hamburger Drangphase zusehends. Offensiv lief in der ersten Halbzeit bis auf einen Szalai-Kopfball nach Freistoß von Jonathan Schmid (32.) nur wenig zusammen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Volland, der Gisdol unter der Woche in Schutz genommen hatte, wirkte im Angriff übermotiviert. Auf der anderen Seite scheiterte Gregoritsch (55.) nach einem Sololauf erst im Strafraum an Jeremy Toljan. Zehn Minuten später brachte HSV-Trainer Labbadia den ehemaligen Hoffenheimer Publikumsliebling Sven Schipplock - und der stand gleich im Blickpunkt: Kurz vor der Strafraumgrenze packte Ermin Bicakcic gegen seinen früheren Kameraden die Grätsche aus und sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (67.). Relegations-Held Marcelo Diaz setzte den Freistoß ans Außennetz.

Die Überlegenheit nutzte der HSV allerdings erst spät. Toljan (87.) hätte nach einem Sprint durch die gesamte gegnerische Hälfte fast noch für Gisdols Erlösung gesorgt. Doch kurz darauf traf Lasogga (88.) nach Vorlage von Schipplock.

Hoffenheims Trainer Markus Gisdol muss nach 0:1 gegen den HSV um seinen Job bangen
Hoffenheims Trainer Markus Gisdol steht nach dem 0:1 gegen den Hamburger SV vor dem Aus. Foto: dpa

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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