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Mit den „Beathunters“ hat das Mössinger Jugendhaus „M“ eine eigene Tanzgruppe

Hiphop mit Wellenschlag

Unablässig blicken die Schülerinnen in den Spiegel. Jede Bewegung beobachten sie – bei sich selbst und bei den anderen. Das Mössinger Jugendhaus „M“ hat eine eigene Tanzgruppe. Die „Beathunters“ führen ihre Choreografie am Sonntag beim neuen Generationenfest auf.

18.07.2009
  • susanne wiedmann

<strong>Mössingen. </strong>Freitag ist Mädchentag im Jugendhaus. Und freitags ist das Tanztraining. Deshalb sind keine Jungs zugelassen. Das ist besser so. „In dem Alter wäre es schwierig, wenn Jungs und Mädchen mitmachen würden“, glaubt Lea Walter. Sieben Schülerinnen sind es zur Zeit, zwischen zwölf und 15 Jahre.

In Zeitlupe schlagen sie ihre Arme nach außen wie Wellen oder wie Flügel. Langsam, ganz langsam. So viel Zeit bleibt in dieser Choreografie nur selten. Aus den Boxen dröhnt Hiphop. Die Mädchen lassen die Beine zusammensacken, richten sich auf, schütteln die Schultern durch, schreiten nach vorn, schnipsen mit den Händen, kreuzen die Beine, drehen sich. Später greift jede Tänzerin nach einem Stuhl, setzt sich, beugt den Oberkörper nach hinten, schlägt die Beine übereinander, streift die Haare über den Kopf. Schnell, zu schnell, beklagt eine Tänzerin. „Der Tanz lebt davon, dass er schnell ist“, erwidert Lea. Trotzdem finden sie Zeit, um zwischendurch zu kichern. Es wird viel gelacht.

Lea Walter und Donika Xhemaili leiten seit eineinhalb Jahren die Tanzgruppe im Jugendhaus. Sie sind 17 Jahre alt und selbst noch Schülerinnen. Donika besucht das Mössinger Quenstedt-Gymnasium, Lea das Wirtschaftsgymnasium in Derendingen. Tanz gab es schon früher im „M“, Donika war als Mädchen bereits dabei. Später hat sie ein halbes Jahr Hiphop-Unterricht genommen. Vier Mal pro Woche. Da hat sie einiges gelernt. Auch Lea ließ sich unterrichten.

Ein Jugendhaus mit einer eigenen Tanzgruppe gibt es nicht überall. Lea und Donika haben anfangs ehrenamtlich unterrichtet. Inzwischen erhalten sie ein kleines Honorar. „Wir wollen, dass die Schülerinnen Spaß haben und wir tanzen selbst gerne.“ Dienstags treffen sich die beiden im „M“ schalten die Musik ein, improvisieren, daraus setzen sich Stück für Stück neue Choreografien zusammen.

Seit einem halben Jahr gehört Maike zu den „Beathunters“, wie sich die Gruppe nennt. „Es ist lustig mit den anderen zusammen“, sagt die 13-Jährige. „Ich bin besser geworden und fitter.“ Und nicht zu vergessen: Das Tanztraining ist kostenlos. Ab und zu kommt Maike auch zu den Partys ins Jugendhaus. Elena ist von Anfang an dabei, genauso wie Tati, die sagt, dass sie vielgelernt hat. „Manchmal ist es schwierig“, findet Elena. Donika und Lea seien mitunter streng. Mit Liegestützen werden die Tanzschülerinnen bestraft. „Ihr seid selber schuld“, ruft Donika. Zuhause haben die Mädchen nicht geübt. Sie sollen einzeln vortanzen, trauen sich aber nicht. „Können wir nicht alle zusammen. Ich kann das nicht“, klagt eine Schülerin. „Ich kann das nicht, gibt's nicht. Höchstens: Ich kann das noch nicht“, weist sie Donika zurecht.

Alle drei Monate treten sie auf. Oft bei Veranstaltungen im Jugendhaus. Für die Aufführung am Sonntag wollen sie noch einen neuen Teil erarbeiten. Auch er startet mit einer Welle. „Sie beginnt an der Schulter, dann folgen Ellenbogen, Handgelenk und Finger“, erklärt Lea. „Aber die Finger zusammen, sonst sieht es froschig aus.“ Fünf, sechs, sieben, acht. Rechts, links, auch mit den Beinen. „Stellt euch vor, ihr seid Quallen mit Tentakeln“, versucht Donika zu helfen. Da lachen die Mädchen. Anschließend laufen sie zurück und vor, halten die Arme stufenartig vor den Körper, dann gestreckt zur einen und zur anderen Seite, die Handflächen übereinander. Zuletzt sollen sie die Arme gen Himmel strecken und ein Bein hinter dem Rücken in die Höhe kicken. „Geht mit dem anderen ruhig auf die Zehenspitzen, dass es kindlich leicht aussieht“, empfiehlt Lea.

Allein sollen sie es versuchen. Donika und Lea schauen zu. Oh. „Da sind noch Fehler“, beklagt Donika. Und Lea fragt: „Seht ihr, dass ihr nicht synchron seid?“ Sie tanzen die Choreografie noch einmal. „Reißt euch zusammen!“, ruft Lea.

Info

Die „Beathunters“ tanzen am Sonntag beim „Mössinger Allerlei“ um 15.30 Uhr in der Pausenhalle der Rühle-Schule. Training ist freitags von 15 bis 16.30 Uhr im Jugendhaus „M“. Wer hineinschnuppern möchte, kann einfach dorthin kommen.

Hiphop mit Wellenschlag
Tanztraining im Mössinger Jugendhaus mit Donika Xhemaili (rechts vorne) und Lea Walter (links im grauen Shirt). Bild: Rippmann

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18.07.2009, 12:00 Uhr
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