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Germanwings: Klage in den USA

Hinterbliebene über Lufthansa verärgert

Die Hinterbliebenen der Germanwings-Opfer wollen in den USA um Schadenersatz klagen. Sie kommen mit der Lufthansa in Deutschland nicht weiter.

12.10.2015
  • DPA

Düsseldorf Mit großer Mehrheit hätten Familien von Germanwings-Absturzopfer eine Klage in den USA erwogen. Das hat der Luftfahrt-Anwalt Elmar Giemulla gestern mitgeteilt. Seine Kanzlei vertritt 39 Familien, die beim absichtlich herbeigeführten Absturz eines Germanwings-Flugzeug in den französischen Alpen einen Angehörigen verloren haben.

Die Hinterbliebenen hätten sich am Samstag dafür ausgesprochen, ihre juristischen Vertreter mit dem Mandat zur Klage gegen die Germanwings-Mutter Lufthansa zu versehen, sagte Giemulla. Zu der Versammlung seien mehr als 100 Hinterbliebene gekommen. "Die Stimmung war eindeutig", sagte Giemulla. Weil man gegen das "sehr restriktive Verhalten" der Lufthansa-Anwälte in Deutschland nicht weiterkomme, wollten die Angehörigen auch in den USA streiten.

Ein Germanwings-Sprecher teilte mit, von etwaigen Klagen in den USA habe man bislang nur aus Medienberichten gehört. Bislang habe Germanwings aber keine weitere Information erhalten.

Ob die Familien ihre Drohung ernst machen, ist nach Angaben Giemullas offen: "Wir werden nun erstmal auf dieser Grundlage weiter mit der Gegenseite verhandeln." Über die genauen Pläne und die juristische Konstruktion sei mit den Angehörigen Stillschweigen vereinbart worden. Es sei bereits geprüft, dass eine etwaige Klage Aussichten habe, von einem US-Gericht angenommen zu werden.

Die Opfer-Anwälte und die Lufthansa haben sich nicht auf Schmerzensgeld-Zahlungen einigen können. Für jedes Opfer war nach Germanwings-Angaben eine Soforthilfe von 50 000 Euro gezahlt worden. Dazu sollen 25 000 Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10 000 Euro bekommen. Das haben die Opfer-Anwälte als zu niedrig abgelehnt.

Hinterbliebene über Lufthansa verärgert
Vertritt Hinterbliebene gegen die Lufthansa: Elmar Giemulla. Foto: dpa

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12.10.2015, 12:00 Uhr
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