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Schwimmende Inseln auf dem Neckar: Das war eine der vielen Landesgartenschau-Ideen, die Rottenburg beim Besuch der Auswahlkommission im April präsentierte. Bild: Eisele

Zuschlag für Ellwangen, Urach, Rottweil, Vaihingen, Ulm

Hier blüht uns doch nichts: Rottenburg am Neckar bekommt keine Landesgartenschau

Die Landesregierung benannte am Dienstag fünf Städte für die Gartenschauen 2026 bis 2030. Die Rottenburger Bewerbung ging dabei leer aus. Den Zuschlag erhielten Ellwangen, Rottweil und Ulm. 2027 ist eine kleine Gartenschau in Bad Urach.

03.07.2018

Von Michael Hahn / lsw

Ellwangen 2026, Rottweil 2028, Ulm 2030: Das sind die Städte, denen die baden-württembergische Landesregierung am Dienstag den Zuschlag für eine Landesgartenschau erteilt hat. Hinzu kommen zwei kleinere Gartenschauen (Grünprojekte) in Bad Urach (2027) und Vaihingen/Enz (2029). Rottenburg ist nicht dabei, ebenso wie acht weitere Städte.

„Leider!“ Dem Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher war die Enttäuschung am Dienstagmittag deutlich anzuhören. Die Entscheidung war am Vormittag im Landes-Kabinett gefallen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verkündete sie um 12 Uhr in einer Pressekonferenz. Bis dahin hatte noch niemand in Rottenburg Wind davon bekommen.

„Wir haben schon gehofft, dass es klappen könnte“, sagte Neher am Telefon. „Wir haben auch viel Energie reingesteckt.“ Beim Besuch der Fachkommission im April und im weiteren Bewerbungsverfahren habe er etliche Rückmeldungen erhalten: „Rottenburg hat ein sehr gutes Konzept.“

Auch in der Stadt sei die Idee sehr gut angekommen, sagte Neher. „Ich habe selten erlebt, dass eine neue Idee so toll die Bevölkerung durchdringt. Es gab so gut wie keine negativen Stimmen.“ Das liege auch an der guten Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat (der die Bewerbung im Dezember 2017 im Eilverfahren beschlossen hatte), der Forsthochschule und dem Bischöflichen Ordinariat (die Diözese feiert 2028 ihr 200-jähriges Bestehen).

Rottenburger Bewerbung um eine Landesgartenschau. Bild: Fleischer

Das Rottenburger Konzept unter dem Motto „Ich glaube, hier blüht uns was“ sah drei Kernbereiche vor: einen „Neckarufer-Park“ (vor allem Schänzle und Schlachthof), die „Neckartal-Terrassen“ (Gärtnereigelände Schiebel, Dätzweg) und einen „Landschafts-Erlebnispark“ im Schadenweiler.

Ein Streifen von der Weggentalkirche über den Stadtgraben, zum Bahnhof und bis hinauf in den Rammert sollte die drei Kernbereiche miteinander verknüpfen. Unter anderem war auch an eine neue Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Bahngleise gedacht.

Bei einem Zuschlag hätte Rottenburg mit einem Geldregen aus Stuttgart rechnen können: bis zu fünf Millionen Euro an Gartenschau-Zuschüssen sowie weiteres Geld aus anderen Landes-Töpfen. Das ganze Konzept war in einer 76-seitigen Broschüre vorgestellt.

Was bleibt nun davon übrig? Den Freizeitpark Schänzle will Neher „so oder so“ umgestalten. Dabei werden auch viele Elemente der Gartenschau-Bewerbung auftauchen. Für das Schänzle-Projekt gibt es auch Landeszuschüsse aus anderen Töpfen.

Andere städtebauliche Ideen aus dem Bewerbungskonzept will Neher nun einzeln überprüfen. Viele davon werde Rottenburg ohne Gartenschau-Zuschüsse nicht umsetzen können. Die Brücke über die Schienen (vom heutigen Busbahnhof hinauf zur Gärtnerei Schiebel) könne Rottenburg sicher nicht aus eigener Kraft finanzieren. Aber auch dafür könnte es Landesmittel geben (Verknüpfung von Nahverkehr, Radwegen und Fußwegen).

Ministeriums-Sprecherin Isabel Kling wollte am Dienstag keine Auskunft darüber geben, an welchen Punkten Rottenburg schlechter abgeschnitten hat als die fünf Siegerstädte. „Ein ganzer Strauß an Kriterien“ sei in die Bewertung durch die Fachkommission und mehrere Landesministerien eingeflossen. Dazu gehöre auch eine „faire Verteilung zwischen den Regierungspräsidien“, sagte Kling auf Nachfrage. „Alle Städte hatten gute Ideen. Aber es konnten halt nur fünf werden.“

Können wenigstens die neun abgeschlagenen Bewerber erfahren, warum sie nicht zum Zug kamen? „Wenn eine Stadt sich beraten lassen will, dann machen wir das“, sagte Kling. Denn das Kabinett habe auch entschieden, dass schon 2019 eine neue Bewerbungsrunde laufen soll: für die (Landes-)Gartenschauen 2031 bis 2035. Ob sich Rottenburg dann erneut bewerben wird, wollte OB Neher noch nicht sagen. „Das werden wir uns in Ruhe angucken.“

Landesgartenschau 2018 ist in Lahr

Besucher laufen bei der Eröffnung der Landesgartenschau in Lahr an einem Tulpenfeld vorbei. Foto: Patrick Seeger/Archiv dpa/lsw

Derzeit erwartet das badische Lahr bis Mitte Oktober eine Million Besucher zu rund 4000 Veranstaltungen. In die Landesgartenschau hat Lahr eigenen Angaben zufolge rund 58 Millionen Euro investiert. Neben der originären Gartenschauförderung von fünf Millionen Euro bewilligte das Land weitere 13 Millionen Euro für Arbeiten im Zusammenhang mit der Blumenschau: etwa den Bau einer Brücke sowie Maßnahmen zur Stadtsanierung. lsw

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Erstellt:
3. Juli 2018, 06:29 Uhr
Aktualisiert:
3. Juli 2018, 16:04 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. Juli 2018, 16:04 Uhr

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