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Nachruf · Karasek

Hellmuths Idyll

Sein gutes altes Tübingen wollte er nicht missen, gelegentlich verschlug es ihn wieder hierher. Eine kleine lokalpatriotische Reminiszenz zum Tod von Hellmuth Karasek:

01.10.2015
  • Wilhelm Triebold

Als der Germanistikstudent 1952 an den Neckar kam, um beim „Hölderlin“-Philologen Friedrich Beißner zu hören und zu promovieren, lernte Karasek in der schwäbischen Provinz Demut. Etwa, wenn die erste Zimmerwirtin, eine Postlerwitwe, den Untermieter strikt anwies: „Der Radio kommt mir nicht ins Haus – mein Mann hat gesagt, das macht die Lichtleitung kaputt!“

In einer späteren abgeschrägten Studentenmansarde, der jugendfrische Karasek wälzte sich gerade mit einem amourösen Abenteuer in den Laken, klopfte wiederum eine strenge Herbergsmutter an die Tür, um darauf hinzuweisen, Damenbesuch sei, zumal zu so später Stunde, nicht gestattet. Kaum waren die beiden in ein verschlissenes Hotel umzogen, pochte dort der Portier: Herrenbesuche seien nicht erlaubt.

Karasek hat die erotisch etwas ernüchternde Tübinger Studienzeit in seiner Autobiographie „Go West!“ gestreift: ein neckisches Sittengemälde der Falsche-Fuffziger-Jahre, die den Keim zu den wilden 68ern bildeten. „Die verderbte Welt schien ins pietistische Tübingen eingebrochen“, ist da zu lesen, es half ihm bei der Berufsbildung zum Kritiker, weil ihn das öde Rottenburger Lehrerseminar doch allzu sehr schreckte. „So war das in den idyllischen Jahren der Republik, es war alles ein bisschen hausbacken harmlos.“ Und doch kam er immer gerne wieder.

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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