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Protest gegen Haft für Migranten auf griechischen Inseln

Helfer hören auf

Auf Lesbos und anderen griechischen Inseln werden Migranten in Auffanglagern interniert. Aus Protest gegen diese Folge des Flüchtlingspakts zwischen EU und Türkei stellen Hilfsorganisationen nun die Arbeit ein.

23.03.2016
  • DPA

Lesbos/Genf. Aus Protest gegen den EU-Türkei-Flüchtlingspakt haben bedeutende Hilfsorganisationen ihre Arbeit in mehreren Lagern in Griechenland eingestellt. Betroffen seien jene der als "Hotspots" bezeichneten Aufnahmelager, die seit dem Deal mit der Türkei seit dem Wochenende de facto in Internierungslager umgewandelt worden seien, sagte Melissa Fleming, Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf. "Den Menschen wird nicht mehr erlaubt, die Lager zu verlassen, sie sind eingesperrt." Das verstoße gegen Grundsätze des UNHCR.

Der Flüchtlingspakt sieht vor, dass in Griechenland aus der Türkei illegal eingereiste Migranten ab 4. April zurück in die Türkei gebracht werden. Alle Asylsuchenden sollen eine Einzelfallprüfung erhalten. Nur wer nachweisen kann, dass er in der Türkei verfolgt wird, darf in Griechenland bleiben.

Fleming sagte, das UNHCR habe seine Hilfe beim Transport von Flüchtlingen eingestellt, die zu den Lagern gebracht werden. Indirekt unterstütze man weiter die medizinische Versorgung. UNHCR-Helfer würden zudem vor Ort kontrollieren, ob Griechenland die Rechte von Flüchtlingen respektiert.

Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen stellt ihre Arbeit im Aufnahmelager Moria, dem sogenannten "Hotspot" auf der Insel Lesbos, ein. In diesem Lager, einem ehemaligen Gefängnis, werden seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts am Sonntag alle neu ankommenden Migranten festgehalten. "Frauen, Kinder, ganze Familien dürfen dort nun nicht mal mehr ihre Baracken verlassen. Wenn das keine Haftanstalt ist, was ist es dann?", kritisierte ein Sprecher.

Griechenland braucht laut Regierungschef Alexis Tsipras für die Umsetzung des EU-Türkei-Paktes dringend Personal. Tsipras hatte kürzlich gesagt, sein Land brauche mindestens 2300 Experten, darunter Dolmetscher, Sicherheitsleute und Asylexperten.

Aus Protest gegen die Schließung der sogenannten Balkanroute übergoss sich gestern ein Migrant im griechischen Flüchtlingslager Idomeni mit Benzin und zündete sich an. Der Mann wurde leicht verletzt in eine Klinik gebracht. In Idomeni harren nach Schätzungen aus Athen rund 13 000 Menschen aus. Sie hoffen auf eine Öffnung der Grenze zu Mazedonien.

Die Zahl der nach Bayern eingereisten Flüchtlinge ging im März stark zurück. In diesem Monat kamen bisher 5280 Asylsuchende an, teilte eine Sprecherin des bayrischen Sozialministeriums am Dienstag mit. Zum Vergleich: Im Januar waren noch 74 677 eingereiste Flüchtlinge gezählt worden, im Februar 41 600. Ein Grund für den Rückgang dürfte die faktische Schließung der Balkanroute sein.

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23.03.2016, 08:30 Uhr
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