UN-Sicherheitsrat

Heftige Kritik an Russland und China

Syrien-Hilfe wird auf Druck Moskaus und Pekings eingeschränkt.

13.07.2020

Von STEFAN KEGEL

Berlin. Nach der Entscheidung des UN-Sicherheitsrates, nur noch eine reduzierte Hilfe für Notleidende in Nordsyrien zuzulassen, wächst die Kritik an Russland und China. Beide hatten eine weitergehende Lösung blockiert, weil sie Staatschef Baschar al-Assad unterstützen.

„Russland und China haben auf menschenverachtende Weise geopolitische Interessen durchgesetzt“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU). „Es ist inakzeptabel, dass vollkommen unpolitische und am Konflikt in keiner Weise beteiligte humanitäre Organisationen nicht auch weiterhin über mindestens zwei Grenzübergänge Hilfe leisten dürfen.“ Hardts Kollege von den Grünen, Omid Nouripour, sagte: „Der von China flankierte Zynismus Moskaus ist unerträglich.“

Am Samstagabend hatte sich der UN-Sicherheitsrat darauf geeinigt, dass für zwölf Monate statt durch zwei nur noch durch einen Grenzübergang aus der Türkei Hilfsgüter zu 2,8 Millionen Bedürftigen in den Nordwesten Syriens gebracht werden dürfen. Zu Anfang des Jahres waren bereits zwei Übergänge aus dem Irak und Jordanien für Lieferungen gesperrt worden. Hilfsorganisationen beklagen seitdem eine Verschärfung der Versorgungslage.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte: „Wir können und wollen nicht verhehlen, dass wir mehr Zugänge für notwendig gehalten hätten.“ Dennoch sei er erleichtert über die Lösung. Stefan Kegel

Zum Artikel

Erstellt:
13. Juli 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Juli 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2020, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+