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Talente entdecken

Hector-Stiftung unterstützt Bildungsforschung

Mit 7,5 Millionen Euro unterstützt die Hector II Stiftung in den nächsten zehn Jahren das „Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung“. Die Verträge wurden am Freitag im Rittersaal des Schlosses unterzeichnet.

22.09.2014
  • fk

Tübingen. Dem Navi von Ministerin Theresia Bauer fehlte das nötige Steuerungswissen für das Tübinger Verkehrsnetz. Nur mit Lotsenhilfe kam sie mit einer halben Stunde Verspätung auf Hohentübingen an. Solche Probleme kennt Universitätsrektor Bernd Engler: Bei seinem ersten Besuch in Tübingen habe er fast nicht mehr hinausgefunden. Das Befahren der Mühlstraße in falscher Richtung habe ihn prompt 40 Mark gekostet.

Es sei ein „ganz besonderer Tag“, sagte der Rektor. Mit Unterstützung „eines überaus großzügigen Förderers“ entstehe „ein weltweit sichtbares Forschungsinstitut“. 300 000 Euro im Jahr kommen vom Land. In ihm gehen die Abteilungen Empirische Bildungsforschung, die 2008 gegründet wurde, und Pädagogische Psychologie auf. Geleitet wird das Institut von den Professoren Ulrich Trautwein, Benjamin Nagengast und Augustin Kelava. Die Mittel des Landes gehen in die Errichtung einer innovativen Postdoktoranden-Akademie. „Damit sind die Voraussetzungen für den Erfolg in der zweiten Exzellenzinitiative gelegt.“

Die Stiftung Hector II wurde an diesem Abend von den beiden Vorstandsmitgliedern Uwe Bleich und Horst-Bodo Schauer vertreten. Die Stifter Hans-Werner Hector und seine Frau Josephine Hector konnten den Termin wegen eines häuslichen Unfalls nicht wahrnehmen. Der Mathematiker Hector gehörte zu den Mitbegründern des IT-Konzerns SAP und galt als einer der reichsten Männer Deutschlands, als er 1997 seinen Aktienanteil verkauft hatte. Das Ehepaar ist seitdem in vielfältiger Weise mäzenatisch tätig. Es unterstützt etwa das Zentrum für Medienkunst in Karlsruhe und die Kunsthalle Mannheim. 2008 wurden die Kinderakademien gegründet, denen für zehn Jahre 32 Millionen Euro sicher sind.

Angesichts der „kontroversen und schrillen“ Diskussionen in der Bildungspolitik, begrüßte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer „die empirische Wendung in den Erziehungswissenschaften“: „Weltanschauung ist schön und gut. Sie kann aber das Steuerungswissen nicht ersetzen.“ Damit man wisse, wie Bildungserfolg gehe, brauche man „valide Daten, systematische Feldforschung und methodisch sauberes Vorgehen.“

„Ungenutzte Potenziale sind ein Verlust für unsere Gesellschaft“, sagte Ulrich Trautwein und erinnerte daran, dass das neue Institut seine Arbeit in der Woche aufnimmt, in der 96 000 Erstklässler ihre Schullaufbahn beginnen: „Wir haben Talente, die wir nie entdecken. Wir haben große Unterschiede.“ Die Arbeit des Instituts werde international und interdisziplinär ausgerichtet sein, „damit wir nicht einem verkürzten Bildungsbegriff auf den Leim gehen“.

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22.09.2014, 12:00 Uhr
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